Die alte Tradition vom »Herrgottswinkel«

Bedeutung:

Als Herrgottswinkel wird eine christliche Zimmerecke in der bäuerlichen Wohnstube bezeichnet, die zumeist gegenüber dem Ofen liegt. Diese besteht aus einem Kruzifix, Heiligenbildern und wird häufig durch Ikonen, Bibel, Gesang- & Gebetbuch, Kalenderblätter oder Blumen zum Hausaltar gestaltet. Der Herrgottswinkel lässt sich in katholischen Haushalten in ganz Europa finden. Das Wort »Herrgottswinkel« wurde erstmals von dem österreichischen Schriftsteller Peter Rosegger (1843-1918) geprägt und verweist auf den biblischen Redewendungen »Ich bin der Herr, dein Gott« (Ex 20,2.5) und »Mein Herr und mein Gott« (Joh. 20,28) zurück.

Gestaltung:

Oftmals hängt bzw. steht im Herrgottswinkel ein kostbares, altes Kreuz, welches seit langer Zeit in Familienbesitz und häufig mit Efeu umrankt ist. An jenem Kreuz wird dann alljährlich zum Palmsonntag der neugeweihte Palmzweig angebracht bzw. zum Fest Mariä Himmelfahrt ein Kräuterbüschel angesteckt. Manchmal hängt am Kreuz zusätzlich auch noch ein Rosenkranz. Hinter dem Kreuz sind oft kostbare Hinterglasbilder, Ikonen und ähnliche Dinge angebracht. In einigen Gegenden werden über dem Esstisch auch Darstellungen des Heiligen Geistes in Form einer Taube, die sich in einer Glaskugel befindet, aufgehängt. Aufgrund des aufsteigenden Dampfes darunter befindlicher Speisen, laufen diese Glaskugeln dann an und das kondensierte Wasser tropft wieder in den Teller. Diese Eigenschaft verschaffte der Glaskugel die umgangssprachliche Bezeichnung »Suppenbrunzer«.

Ablauf:

Vor dem Herrgottswinkel betet man traditionell in den die Familie betreffenden Anliegen, wie bspw. vor der Geburt eines Kindes, vor schweren Prüfungen, zu Schicksalsschlägen, für Kranke und Sterbende, für den Segen für Haus und Hof.

Kreuz aus SüdtirolWenn Sie in Ihrer Stube selbst die Tradition des Herrgottswinkels wieder aufleben lassen möchten, so finden Sie hierfür Devotionalien wie Kreuze, Statuen, Ikonen, Rosenkränze und vieles mehr im Vivat!-Shop.

 

Quellen:

Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 95f.
www.brauchtumsseiten.de

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Das Osterwasser – eine alte Tradition

Herkunft und Bedeutung:

Aller Wahrscheinlichkeit nach liegt der Ursprung des Osterwassers bereits in heidnischer Zeit. Seit Anbeginn der Menschheit gilt das Wasser als Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit. Aus eben diesem Grund wurde es bei den Germanen zum Andenken an die Frühlings- sowie Fruchtbarkeitsgöttin Ostera verehrt. Nach dem Siegeszug des Christentums wurde das Wasser bald als ein Symbol für Ostern umgedeutet. Seit dem 2. Jahrhundert ist es Tradition, das Taufwasser zwei Mal jährlich zu weihen (in den Nachtfeiern von Ostern und Pfingsten).

Brauchtum:

Ein alter Volksbrauch war es, das Osterwasser in der Nacht von Samstag auf Ostersonntag zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang aus einem Bach zu schöpfen und dann schweigend nach Hause zu tragen. Dies sollte ein ganzes Jahr lang Augenleiden, Ausschlag und andere Krankheiten heilen sowie für eine ewige Jugend und Schönheit sorgen. Nach dem Volksglauben sollen diejenigen Kinder, welche mit dem Osterwasser getauft wurden, besonders intelligent werden.
In der heutigen Zeit meint man als Osterwasser vor allem das in der Kirche gesegnete Wasser (Taufwasser). Dieses kann nach der Segnung in der Osternacht von den Gläubigen mit nach Hause genommen werden, wo es in manchen Regionen Brauch ist, das Osterwasser in die Weihwasserbecken der Stuben (man bekreuzigt sich beim Verlassen des Hauses) zu befüllen. Eine alte Tradition, die in engem Zusammenhang steht, ist die des Sich-Bekreuzigens mit Oster- bzw. Weihwasser beim Eintreten und Verlassen eines Gotteshauses.

Wenn Sie auch wieder den alten katholischen Brauch der Weihwasserbecken und -krüge in den Stuben neu beleben möchten oder eine schöne Geschenkidee benötigen, so empfehlen wir Ihnen hierzu das reichhaltige Angebot im Vivat!-Shop.

 

Quellen:

www.german-easter-holiday.com
www.osterseiten.de
www.theology.de

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