Die Tradition der Krippenlegung…

Bedeutung:

Ein etwas neuerer Brauch, der sich erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, ist jener der Krippenlegung, bei dem es sich um eine liturgieergänzende Frömmigkeitsform zu Beginn der Christmette handelt. Vermutlich entstand dieses Brauchtum aufgrund unzulänglicher Krippenspiele.

Ablauf:

Der Ablauf sieht dabei vor, dass sich eine feierliche Prozession mit einer Gruppe Ministranten an der Spitze zum Altar schreitet. Den Ministranten folgen in dieser Prozession mehrere Schulkinder, ein weißgekleidetes Mädchen mit einer Jesuskind-Puppe (aus Holz oder Wachs), Ministranten mit Weihrauch und schließlich der Priester. Nach drei Stationen der Verehrung wird das Jesuskind unter Begleitung von Weihnachtsliedern feierlich in die mit Stroh gefüllte Krippe gebettet. Als Abschluß ertönt nun ein gemeinsam gesungenes »Stille Nacht«. Mancherorts wird auch aus dem Martyrologium Romnaum vorgelesen. Dann geht die Messe mit dem vom Priester angestimmten Gloria weiter.

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Quellen:

Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 148f.

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Wer war die heilige Luzia?

Heiligenlegende:

Am 13. Dezember, also mitten im Advent, begeht die Kirche alljährlich der Gedenktag der heiligen Luzia (der Name heißt übersetzt »Leuchtende«). Der Legende nach lebte Luzia als junge Christin im 3. Jahrhundert in Syrakus auf Sizilien. Dort soll sie als Kind einer vornehmen Familie im Jahr 286 geboren worden sein. In einer Zeit der Christenverfolgung, als viele Christen sich versteckt hielten, versorgte sie diese Menschen in den Katakomben mit Lebensmitteln. Damit sie die Hände frei zum Tragen hatte, setzte sie sich einen Kranz mit Lichtern auf den Kopf. Als Luzia einen reichen Mann heiraten sollte, weigerte sie sich dieses zu tun, da sie keuch bleiben wollte und löste die Verlobung. Der vor den Kopf gestoßene Mann verriet sie beim Kaiser, woraufhin dieser sie hinrichten ließ.

Schutzpatronin:

Die heilige Luzia gilt als Patronin der Blinden, der Bauern, der kranken Kinder, der reuigen Dirnen, der Glaser, der Kutscher, der Näherinnen, der Notare, der Pedelle, der Sattler, der Schneider, der Schreiber, der Türhüter, der Weber und gegen Augenleiden, Halsschmerzen, Infektionen, Blutfluss und die Ruhr.

Heiligenattribute:

In der Kunst wird Luzia als Jungfrau mit langem Gewand dargestellt, manchmal mit einem durch ihren Hals gestoßenen Schwert oder mit zwei Augen, die sie auf einer Schüssel trägt. Ebenfalls wird sie auch mit Öllampe, einem Kessel über dem Feuer, mit Palme oder Kerze dargestellt.

Brauchtum:

Am Gedenktag der heiligen Luzia gibt es einige alte Bräuche. So tritt beispielsweise in Schweden an diesem Tag die »Luzienbraut« auf. Diese ist meistens die älteste Tochter einer Familie und trägt zu diesem Anlass ein weißes Kleid sowie einen Kerzenkranz auf dem Kopf. Der Brauch soll das Ende der dunklen Tage symbolisieren. Es heißt, die Luzienbraut kündet das Licht an, das an Weihnachten in die Welt kommt. Dagegen wird in Italien der Gedenktag von »Santa Luzia« mit Lichterumzügen gefeiert.
In Deutschland gibt es mancherorts den Brauch, dass die Kinder ein altes Milchglas mit vielen bunten Schnipseln aus Transparentpapier bekleben. Dieses Glas wird dann am Abend mit einem Teelicht ins Fenster gestellt.

Geschenktipp:

»Das Kirchenjahr - Die Feste: Entstehung, Bedeutung, Brauchtum« von Pater Eckhard Bieger SJ.Passend zum Gedenktag der heiligen Luzia sei Ihnen folgendes Buch empfohlen: »Das Kirchenjahr – Die Feste: Entstehung, Bedeutung, Brauchtum« von Pater Eckhard Bieger SJ.

Dieser handliche Wegweiser durch das Kirchenjahr erklärt in über 100 Artikeln alle wichtigen Feste in ihrer Entstehung, ihren biblischen Grundlagen, ihrer Geschichte und ihrem Brauchtum. Die Texte sind übersichtlich strukturiert und enthalten alle wichtigen Informationen zu den bedeutendsten Festen der Christen im Kirchenjahr von Advent bis Christkönig-/Ewigkeitssonntag. Das Buch ist zusätzlich durch ein alphabetisches Register erschlossen, so dass auch ungewohnte Begriffe aus der religiösen Sprache schnell nachgeschlagen und zugeordnet werden können.

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Quellen:

http://kirchensite.de
Abeln, Reinhard: Das christliche Hausbuch für die Advents- und Weihnachtszeit, Leipzig 2011, 36ff.

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Fronleichnam – Ein Dankfest für den Herrn

Herkunft und Bedeutung:

Ein wichtiger Feiertag in der römisch-katholischen Kirche ist auch das Hochfest »Fronleichnam« (»Hochfest des Leibes und Blutes Christi«), welches am zweiten Donnerstag nach Pfingsten (10 Tage nach Pfingsten) begangen wird. Der Donnerstag als Termin von Fronleichnam knüpft an den Gründonnerstag an, welcher wegen des stillen Charakters der Karwoche keine größere Feierlichkeit erlaubt. Deshalb wurde dieses Fest an das Ende der österlichen Zeit gelegt. Fronleichnam ist das große Dankfest für die Einsetzung des allerheiligsten Altarsakramentes. Der Name »Fronleichnam« kommt vom Althochdeutschen »fron« (Herr) und »lichnam« (Leib), was auf die Elemente der Eucharistie verweist. Papst Urban IV. führte im Jahr 1264 das Fest in der Folge des Blutwunders von Bolsena für die gesamte römisch-katholische Kirche ein und Papst Johannes XXII. legte 1317 den Donnerstag als Festtag fest.

Brauchtum:

Zu Fronleichnam gehört als alter Brauch die so genannte Fronleichnamsprozession, bei der Jesus Christus in Gestalt der geweihten Hostie feierlich in einer Monstranz, begleitet von Gebeten und Gesängen der Gläubigen, durch die Straßen getragen wird. An vier im Freien aufgebauten Altären werden Fürbitten gebetet und der Priester verteilt jeweils den Segen mit dem Allerheiligsten. Eine solche Prozession ist seit 1277 in Köln erstmals bezeugt. Eine große Bedeutung erlangte Fronleichnam nach dem Konzil von Trient als eine gegenreformatorische Demonstration der katholischen Auffassung allein über das Sakrament der Eucharistie zu verfügen.

Die liturgische Farbe zu Fronleichnam ist das österliche Weiß, als Farbe des Lichts und der Reinheit.

Das Fest Fronleichnam bietet einen guten Anlass, um sich einmal mit dem Geheimnis der Eucharistie intensiver auseinander zu setzen. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen heute als Lektüre:

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Erhebet die Herzen - Hinführung zur eucharistischen Anbetung»Erhebet die Herzen – Hinführung zur eucharistischen Anbetung«

Die eucharistische Anbetung ist eine Gebetsform, die seit einigen Jahren immer beliebter wird. Nicht nur bei den Weltjugendtagen, auch von immer mehr Pfarreien und Initiativen wird sie gepflegt. Sie ist Ausdruck einer tiefen Sehnsucht nach der Nähe Gottes. Dieses Buch regt dazu an, die eucharistische Anbetung als eine Gebetsform »für jeden« zu erleben. Mit konkreten Ratschlägen erleichtert es den Zugang zur Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie.

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Quellen:

www.theology.de
www.brauchtumsseiten.de
www.brauchtum.de
www.heiligenlexikon.de

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Osterreiten – Ein schöner Brauch

Ursprung und Bedeutung:

In der Osterzeit ist auch das so genannte »Osterreiten« (Kreuzreiten) als ein altes Ritual in manchen Regionen bekannt, bei dem die Auferstehung von Jesus Christus verkündet wird. Seinen Ursprung hat das Osterreiten bei den heidnischen Slawen, die im Frühjahr um ihre Felder ritten, um auf diese Weise eine gute Ernte zu erbitten. Nach der Bekehrung der Slawen zum Christentum wurde dieser Brauch des Osterreitens von der Kirche übernommen und wird bis heute im katholischen Teil der sorbischen Lausitz (Gebiet zwischen Hoyerswerda, Kamenz und Bautzen) jährlich am Ostersonntag gepflegt.

Ablauf:

Angeführt wird die Prozession von den Fahnenträgern, den Trägern der Christusstatue und des Kreuzes. Zuerst versammeln sich die Reiter vor der Kirche und werden vom örtlichen Geistlichen gesegnet und verabschiedet. Anschließend prozessieren die festlich gekleideten Reiter (mit Gehrock und Zylinder, die Pferde sind mit muschel- oder metallbeschlagenen Ostergeschirr und buntbestickten Schleifen verziert) singend in die jeweilige Nachbargemeinde, um dort das Ereignis der Auferstehung bekannt zu machen. Außerhalb der Ortschaften wird der Rosenkranz oder eine Litanei gebetet. Wenn die Prozession in der Nachbargemeinde angekommen ist, wird die Kirche sowie der Friedhof umrundet. Anschließend beten sie auf dem Friedhof für die Verstorbenen und werden dann bei den Familien des Dorfes beköstigt.

 

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Quellen:

www.brauchtumsseiten.de
www.sorben.de

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