Das Kirchenjahr – Ein kurzer Überblick

Das Kirchenjahr - Feste - Traditionen - BrauchtumDas Kirchenjahr (auch Jahreskreis genannt) bezeichnet im Christentum die alljährlich wiederkehrende festgelegte Reihenfolge von christlichen Festen und Festzeiten, an der sich die Gottesdienstpraxis und Liturgie orientieren. Es besteht besonders aus den zuerst um Ostern, dann aber auch um Weihnachten herum gebildeten Festkreisen, die in der Geschichte des Christentums allmählich zu einem Jahreszyklus vervollständigt wurden.

Dabei orientieren sich die Grunddaten des Kirchenjahres wie die Sonntage, der Oster- und Weihnachtsfestkreis an der Siebentagewoche, am jüdischen Festkalender sowie an einigen solaren Fixdaten im Zusammenhang der Tagundnachtgleiche. Diese werden als Stationen einer offenbarten Heilsgeschichte mit einem neuen Sinn versehen.

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Die Tradition der Krippenlegung…

Bedeutung:

Ein etwas neuerer Brauch, der sich erst in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, ist jener der Krippenlegung, bei dem es sich um eine liturgieergänzende Frömmigkeitsform zu Beginn der Christmette handelt. Vermutlich entstand dieses Brauchtum aufgrund unzulänglicher Krippenspiele.

Ablauf:

Der Ablauf sieht dabei vor, dass sich eine feierliche Prozession mit einer Gruppe Ministranten an der Spitze zum Altar schreitet. Den Ministranten folgen in dieser Prozession mehrere Schulkinder, ein weißgekleidetes Mädchen mit einer Jesuskind-Puppe (aus Holz oder Wachs), Ministranten mit Weihrauch und schließlich der Priester. Nach drei Stationen der Verehrung wird das Jesuskind unter Begleitung von Weihnachtsliedern feierlich in die mit Stroh gefüllte Krippe gebettet. Als Abschluß ertönt nun ein gemeinsam gesungenes »Stille Nacht«. Mancherorts wird auch aus dem Martyrologium Romnaum vorgelesen. Dann geht die Messe mit dem vom Priester angestimmten Gloria weiter.

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Spieluhr mit Krippenszene

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Quellen:

Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 148f.

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Gestalterische (liturgische) Besonderheiten im Gottesdienst der Adventszeit

Die vier Adventssonntage:

Mit der ersten Vesper des ersten Adventssonntags beginnt die Adventszeit und sie endet mit der ersten Vesper von Weihnachten am Heiligen Abend. Die Adventszeit in der Westkirche dauert zwischen 22 und 28 Tage und enthält immer vier Sonntage  (mit Ausnahme der Bistümer, die am Ambrosianischen Ritus festhalten). Diese vier Adventssonntage haben je ihr eigenes liturgisches Gepräge:

  1. Adventssonntag: »Der kommende Herr« (Matthäus 21,1-9),
  2. Adventssonntag: »Der kommende Erlöser« (Lukas 21,25-33),
  3. Adventsonntag: Johannes der Täufer als »Der Vorläufer des Herrn« (Matthäus 11,2-6),
  4. Adventsonntag: »Die nahende Freude« (Philipper, 4,4-7).

Länge der Adventszeit:

Die unterschiedliche Länge der Adventszeit liegt in der Tatsache begründet, dass der Beginn an einen Sonntag gebunden ist, das Ende aber ein Monatstag ist (24. bzw. 25. Dezember). Dabei ist der letzte Adventssonntag jeweils der Sonntag vor dem 25. Dezember. So beginnt die Adventszeit immer am Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember.

Brauchtum:

  • Im Gottesdienst wird das Gloria während der Adventszeit nur an Festen gesungen.
  • Die liturgische Farbe (Paramente etc.) für die Adventszeit ist das Violett als Farbe der Trauer und Buße. Eine Ausnahme bildet der dritte Adventssonntag »Gaudete« (vom lateinischen Anfangswort des Introitus »Gaudete in Domino semper«, was mit »Freut Euch im Herrn allezeit!« übersetzt wird), wo als Zeichen der Vorfreude die hellere Farbe Rosa (denn weiß ist die weihnachtliche Farbe) Verwendung findet.
  • An den letzten sieben Tagen vor dem Heiligen Abend bilden die sieben O-Antiphonen, dem Alten Testament entnommene Anrufungen des Messias, die Antiphonen zum Magnificat in der abendlichen Vesper.
  • Zudem sind in der katholischen Kirche sogenannte Roratemessen (Messfeiern im Schein von Kerzenlicht) weit verbreitet.

Folgende Feste fallen traditionell in die Adventszeit:

  • Das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria am 8. Dezember. Dieses Marienfest steht in enger Beziehung zum Fest Mariä Geburt am 8. September, neun Monate später.
  • Das Fest der heiligen Barbara am 4. Dezember,  wo es Brauch ist so genannte Barbarazweige zu schneiden, die dann an Weihnachten blühen sollen.
  • Das Fest des heiligen Nikolaus am 6. Dezember.
  • Das Fest der heiligen Luzia am 13. Dezember.

Eine Auswahl an Geschenk- und Dekorationsideen für die Adventszeit finden Sie im Vivat!-Shop.

 

Quellen:

Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 25ff.
www.brauchtumsseiten.de

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Konfirmation – Bedeutung, Ursprung und Ablauf

Was bedeutet die Konfirmation?

Der Name Konfirmation leitet sich vom  lat. »confirmatio«, was sich mit »Befestigung« bzw. »Bekräftigung« übersetzen lässt. Sie ist eine feierliche Segenshandlung in den meisten evangelischen Kirchen, wobei die Segnung den Übertritt ins kirchliche Erwachsenenalter kennzeichnet.
Durch ihre geschichtliche Entwicklung hat die Konfirmation im Laufe der Zeit vier Bedeutungen bekommen:

  1. Sie ist die persönliche Bestätigung der Taufe und somit das bewusste Ja zum christlichen Glauben und zur Kirchenzugehörigkeit.
  2. Sie bildet den Abschluss des kirchlichen Unterrichtes mit »Lehrbefragung« bzw. Katechismusprüfung.
  3. Sie ist die Zulassung zum Abendmahl.
  4. Sie ist der Eintritt in das (kirchliche) Erwachsenenleben.

Woher kommt die Konfirmation?

Der Ursprung der Konfirmation ist bei dem in Straßburg wirkenden Reformator Martin Bucer zu suchen, der das erste Modell hierfür aufstellte. Dabei wird die Konfirmation im Jahr 1539 erstmals in der hessischen Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung formuliert. Martin Luther selbst hatte die Firmung noch abgelehnt, denn nach seiner Auffassung bedurfte die Taufe keiner weiteren Ergänzung. Dafür sollte es eine Einführung in den Katechismus geben. Die evangelische Konfirmation entwickelte sich letztlich durch Anstöße aus der reformatorischen Täuferbewegung, welche die Taufe als ein persönliches Bekenntnis zum Glauben verstand und die Kindertaufe als unbiblisch ablehnte. Der Reformator Martin Bucer entwickelte nun als einen Kompromiss das Modell der Konfirmation, welche zwar die Kindertaufe beibehielt, aber eine persönliche Taufbestätigung durch den Konfirmanden enthielt.

Wie läuft die Konfirmation ab?

Normalerweise wird die Konfirmation im Rahmen eines Festgottesdienstes vollzogen, wo die Konfirmanden ihren Glauben öffentlich bekräftigen sollen. Dadurch wird an ihre Taufe als Kind angeknüpft, bei welcher die Eltern und Paten stellvertretend für sie den Glauben bekannt haben. In einigen Kirchen müssen die Konfirmanden dazu das apostolische Glaubensbekenntnis sprechen, wohingegen in anderen kein spezifisches Bekenntnis verlangt wird, sondern die Teilnahme an der öffentlichen Feier schon an sich als öffentliche Bekräftigung des Glaubens gilt.
Durch die Handauflegung empfangen die Konfirmanden den Segen und bekommen außerdem einen biblischen Konfirmationsspruch überreicht, der sie durch die zukünftige Zeit begleiten soll. Anschließend (heutzutage auch oftmals am Vorabend oder zu einem anderen geeigneten Zeitpunkt) nehmen sie zumeist das erste Mal am Abendmahl teil. Da in etlichen evangelischen Landeskirchen das so genannten Kinderabendmahl eingeführt wurde, verliert diese Zulassung zum Abendmahl jedoch zunehmend an Bedeutung. Dafür gewinnt das eigene »Ja« zum Glauben zunehmend an Gewicht.
Die Konfirmation ist traditionell mit einem Familienfest und Geschenken verbunden, wobei sich letztere entsprechend am Übertritt ins Erwachsenenenleben (bspw. Aussteuer) orientieren. Nach altem Brauchtum tragen die Konfirmanden am Konfirmationstag festliche schwarze Kleidung.
Es ist auch üblich, dass sich der Konfirmand einen Paten sucht, dessen Aufgabe es ist den Konfirmanden bei dessen christlicher Lebensführung zu begleiten und zu unterstützen.

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Quellen:

www.dekanat-hof.de
www.eki-og.de
www.konfiweb.de

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