Der Jakobsweg – Geschichte und Brauchtum

Bedeutung:

Spätestens seit Hape Kerkelings Buch »Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg« kennen die meisten Deutschen den Jakobsweg. Aber seit wann gibt es diesen Weg überhaupt? Die erste namentliche Erwähnung des Jakobsweges findet sich bereits im Jahr 1047, wo in einer Urkunde des Hospitals von Arconada (Provinz Palencia), die nordspanische Hauptverkehrsachse als »Weg, der seit alten Zeiten von Pilgern des hl. Jakobus und Peter und Paul begangen« werde, bezeichnet wird. Hierin wird die Verbindung zum dem Grab des heiligen Jakobus in Galicien hergestellt. So entwickelte sich im Mittelalter die Grabstätte in Santiago de Compostela neben Rom und Jerusalem zum dritten Hauptziel der christlichen Pilgerfahrt.

Entwicklung:

Der Ursrpung der Verehrung des Apostels Jakobus (der Ältere) in Spanien ist seit dem frühen 7. Jahrhundert bezeugt Überlieferung, wonach dieser auf der Iberischen Halbinsel missioniert habe. Der Legende nach wurde im Zeitraum von 818 bis 834 unter der Regentschaft von König Alfonso II. im äußersten Nordwesten Spaniens das Apostelgrab durch eine Vision entdeckt. Von den Königen von Asturien und später von León wurde Jakobus zum dann zum Schutzheiligen ernannt. Seit dem Jahr 930, als Nordspanien geschlossen dem christlichen Herrschaftsgebiet eingegliedert wurde, sind erste vereinzelte Pilger aus Aquitanien und dem Bodenseegebiet nachgewiesen. Im 11. und 12. Jahrhundert entwickelte sich unter dem Einfluss der Reconquista, dem Einfluss der Abtei Cluny sowie der Herausbildung einer nordspanischen Städtelandschaft längs des Camino de Santiago diese große Pilgertradition. Aufgrund der Einführung besonderer Gnadenjahre, in denen ein vollkommener Ablass gewährt wurde, erlebte der Pilgerort im 15. Jahrhundert erlebte der Pilgerort einen weiteren Aufschwung, wobei sein Einzugsbereich mittlerweile bis Skandinavien und Ostmitteleuropa reichte.
In der frühen Neuzeit erlebte die Pilgerfahrt durch den Verfall der Pilgeridee, die Reformation sowie die nationalen Kriege zwischen Frankreich und Spanien einen staren Niedergang. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts war dann wieder ein erneuter Aufschwung erkennbar, der dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgrund der napoleonischen Kriege sowie der damit verbundenen Säkularisierungswelle fast zum Erliegen kam. Allerdings kam der Pilgerverkehr auf dem Jakobsweg nie ganz zum Erliegen. Die Wiederentdeckung der 1589 verlorengegangen Gebeine des heiligen Jakobus im Jahre 1879 brachte einen neuen Aufschwung, nachdem Papst Leo XIII. 1884 zusätzlich die Echtheit der wieder aufgefundenen Reliquien anerkannte.
Eine neue Welle des Aufschwungs der Pilgerfahrt ist seit den 70iger Jahren des 20. Jahrhunderts zu verzeichnen. So besuchte im Jahr 1982 sogar Papst Johannes Paul II. Santiago de Compostela und rief im Rahmen einer großen »Europa-Feier« dazu auf, die alten Wurzeln Europas wieder zu beleben. Im Jahr 1987 erklärte sogar der Europarat den Weg zum ersten europäischen Kulturweg. Mittlerweile pilgern ca. 100.000 Menschen pro Jahr den Jakobsweg.

Brauchtum:

Zur Tradition und Brauchtum des Jakobsweges gehören unter anderem:

  • Als Pilgerbeleg dient ein so genannter Pilgerausweis, der mit Stempeln von einzelnen Stationen gefüllt ist und für den die in Santiago de Compostela die angekommenden Pilger eine Urkunde erhalten. Außerdem berechtigt der Pilgerausweis zur Nutzung der preisgünstigen Pilgerherbergen und zum Tragen der entsprechenden Abzeichen.
  • Im Laufe der Zeit gründeten sich Bruderschaften, die sich um das seelische und leibliche Wohl der Pilger kümmerten und noch kümmern. Deren Angehörigen gründeten wiederum Hospitäler und tätigten Stiftungen zur Versorgung von Pilgern. Dabei galt als Pilger, wer durch bestimmte äußere Kennzeichen (Wanderstab, Hut und relativ reglementierte Bekleidung) sowie durch sein frommes Verhalten als solcher erkennbar war. Im Zuge der Wiederbelebung des Jakobsweges im ausgehenden 20. Jahrhundert wurden zahlreiche Jakobusgesellschaften und Jakobusbruderschaften neu oder wieder begründet.
  • Das Pilgerabzeichen für den Jakobsweg ist die Jakobsmuschel, welche ursprünglich auch als Nachweis diente, dass der Pilger die Reise tatsächlich gemacht hatte. Dies wurde seit dem 13. Jahrhundert außerdem durch ein Beglaubigungsschreiben beurkundet, die heutige La Compostela. Zudem hatte die Jakobsmuschel auch den praktischen Wert ein Hilfsmittel bei Wasserschöpfen zu sein.

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Woher kommt Namenstag?

Bedeutung:

Ein schöner und sehr alter Brauch ist es den Namenstag, also jenen Tag, an dem des jeweiligen Namenspatrons gedacht wird, festlich zu begehen. Besonders in katholischen Regionen war es früher üblich oft nur den Namenstag und keinen Geburtstag zu feiern.

Herkunft und Entwicklung:

Dabei reichte die Tradition, einem neugeborenen Kind bei der Taufe den Namen einer Märtyrerin oder eines Märtyrers zu geben, in das vierte Jahrhundert zurück. Denn der große Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus hatte dies den Eltern damals nahe gelegt, was auf dem Konzil von Trient (1545-1563) nochmals bestätigt wurde. Die so genannten »christlichen Namen« wurden im Zuge der Christianisierung der Völker außerhalb des alten römischen Reiches zum unterscheidenden Kennzeichen und markierten die hervorgehobene Verbindung mit dem Apostel oder Märtyrer, dessen Namen der Neugetaufte empfing. So bekam der Gedenktag des Heiligen im Kalender der Kirche für den Namensträger eine besondere Bedeutung.
Im Mittelalter wurde es dann Sitte bei der Taufe dem Täufling (wurde meist am Tag der Geburt getauft) den Namen des »Heiligen des Tages« zu geben. Anschließend wurde das Taufdatum (zugleich Namenstag) im Kirchenbuch eingetragen.
Mit der einsetzenden Gegenreformation bekam die Feier des Namenstages in Abgrenzung zum Protestantismus schließlich eine noch stärkere Bedeutung.
Mittlerweile hat der Namenstag nicht mehr eine ganz so starke Bedeutung wie früher, da sich im Laufe des vergangenen Jahrhunderts zunehmend die Feier des Geburtstages durchgesetzt hat.

Aufgrund der Tatsache, dass die Zahl der Heiligen größer ist als die Anzahl der Tage eines Jahres, gibt es zahlreiche Überschneidungen. Außerdem stehen für viele Namen mehrere heilige Namensträger zur Auswahl.

Eine Vielzahl an Geschenkideen für den Namenstag finden Sie hier und im Vivat!-Shop.

 

Quellen:

www.katholisch.de

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