Der Wettersegen

Was ist genau ist der Wettersegen?

Unter dem Wettersegen wird ein alter katholischer Brauch verstanden, mit dem die Gläubigen in der Liturgie Gott um gutes Wetter für die Ernte bitten sowie um die Verschonung vor Unwettern und Katastrophen. Besonders in ländlichen Regionen ist diese Tradition verbreitet. Der Segen wird im Frühjahr und Sommer am Ende einer Heiligen Messe vom Priester gespendet. Dabei ist der Zeitraum je nach örtlichen Gegebenheiten unterschiedlich. Häufig findet der Wettersegen zwischen dem früheren Fest der Kreuzauffindung am 3. Mai (Seit der Liturgiereform durch das Zweite Vatikanische Konzil wird das Fest Kreuzauffindung in der katholischen Kirche nicht mehr begangen.) und dem Fest Kreuzerhöhung (14. September) statt. Mancherorts wird er aber bereits zum Fest des Hl. Markus (25. April), aufgrund der dort früher vorgesehenen großen Bittprozession erteilt. Dabei wurde der Wettersegen im Zeitraum vom April bis zum September in früheren Zeiten täglich nach der heiligen Messe gespendet.

Wie ist der Wettersegen entanden?

Die Entstehung des Wettersegens lässt sich bereits bis weit in das Mittelalter zurückverfolgen und hat ihren Ursprung vermutlich in heidnischer Vorzeit. Denn bereits in den antiken Kulten war es üblich die Götter um gutes Wetter zu bitten (hier oft mit diversen Opfern verbunden).

Ablauf des Rituals:

Der Wettersegen wird am Ende der Heiligen Messe vom Priester gespendet. Dabei ersetzt in der ordentlichen Form der katholischen Liturgie den Schlusssegen. In der außerordentlichen Form wird er hingegen im Anschluss an das Schlussevangelium gespendet. Sofern vorhanden, kann der Priester den Wettersegen mit einer Kreuzreliquie erteilen. Hierbei kann analog zum eucharistischen Segen dreimal mit den Altarglocken geläutet werden.

Die Formel in der ordentlichen Form des römischen Ritus:

Gott, du Schöpfer aller Dinge,du hast uns Menschen die Welt anvertraut und willst, dass wir ihre Kräfte nützen. Aus dem Reichtum deiner Liebe schenkst du uns die Früchte der Erde: den Ertrag aus Garten und Acker, Weinberg und Wald, damit wir mit frohem und dankbaren Herzen dir dienen. Erhöre unser Gebet: Halte Ungewitter und Hagel, Überschwemmung und Dürre, Frost und alles, was uns schaden mag, von uns fern. Schenke uns alles, was wir zum Leben brauchen. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen! Und der Segen des allmächtigen und treuen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, komme herab auf euch und eure Arbeit, auf das Werk eurer Hände und eures Geistes, auf eure Familien und eure Kinder, auf Alte und Junge, Gesunde und Kranke und uns sein Segen bleibe bei euch allezeit. Amen.

oder

V: Gott, der allmächtige Vater, segne euch und schenke euch gedeihliches Wetter; er halte Blitz, Hagel und jedes Unheil von euch fern.
A: Amen
V: Er segne die Felder, die Gärten und den Wald, und schenke euch die Früchte der Erde
A: Amen
V: Er begleite eure Arbeit, damit ihr in Dankbarkeit und Freude gebrauchet, was durch die Kräfte der Natur und die Mühe des Menschen gewachsen ist.
A: Amen
V: Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
A: Amen

Die Formel in der außerordentlichen Form des römischen Ritus:

V – A fulgure, grandine et tempestate. (Vor Blitz, Hagel und Unwetter.)
R – Libera nos, Domine Jesu Christe. (Erlöse uns, Herr Jesus Christus.)
V – Ostende nobis, Domine, misericordiam tuam. (Erzeige uns Deine Huld, o Herr.)
R – Et salutare tuum da nobis. (Und schenke uns Dein Heil.)
V – Domine, exaudi orationem meam. (Herr, erhöre mein Gebet.)
R – Et clamor meus ad te veniat. (Und laß mein Rufen zu Dir kommen.)
V – Dominus vobiscum. (Der Herr sei mit euch.)
R – Et cum spiritu tuo. (Und mit deinem Geiste.)
V – Oremus! Quaesumus, omnipotens Deus, ut, intercessione sanctae Dei Genitricis Mariae, sanctorum Angelorum, Patriarcharum, Prophetarum, Apostolorum, Martyrum, Confessorum, Virginum, Viduarum, et omnium Sanctorum tuorum, continuum nobis praestes subsidium, tranquillam auram permittas, atque contra fulgura et tempestates desuper nobis indignis tuam salutem effundas de caelis, et generi humano semper aemulas, dextera potentiae tuae, aereas conteras potestates. Per eundem Christum, Dominum nostrum. Amen. (Lasset uns beten! Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: Verleihe uns auf die Fürbitte der hl. Gottesmutter Maria, der hll. Engel, Patriarchen, Propheten, Apostel, Martyrer, Bekenner, Jungfrauen, Witwen und aller Deiner Heiligen immer Deinen Schutz; gib, dass Ruhe sei in den Lüften; lass gegen Blitz und Ungewitter Dein Heil vom Himmel über uns Unwürdige herabströmen und mache mit Deiner starken Hand die dem Menschen stets feindlichen Mächte der Lüfte zunichte. Durch Ihn, Christus, unsern Herrn. Amen.)
V – Sit nomen Domini benedictum. (Der Name des Herrn sei gepriesen.)
R – Ex hoc nunc et usque in saeculum. (Von nun an bis in Ewigkeit.)
V – Adjutorium nostrum in nomine Domini. (Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.)
R – Qui fecit caelum et terram. (Der Himmel und Erde erschaffen hat.)
V – Benedictio Dei omnipotentis, Patris + et Filii et Spiritus Sancti, descendat super vos, locum istum et fructus terrae et maneat semper. (Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters + und des Sohnes und des heiligen Geistes komme herab auf euch, auf diesen Ort und auf die Früchte der Erde und verbleibe allezeit.)

Wenn ein solcher Wettersegen bei drohender Unwettergefahr gebetet worden war, wurde, nach dem Rituale vor 1961 zudem die Allerheiligenlitanei, Psalm 147, Versikel sowie fünf Orationen gebetet. Zur vierten Oratio machte der Priester das Kreuzzeichen gegen das drohende Unwetter.

Quellen:

  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 262ff.
  • www.kathpedia.com

Heiliger Bartholomäus – Bartholomäustag

Der Bartholomäustag (süddt.: Barthel) ist ein Gedenktag (in der katholischen Liturgie sogar ein Fest), der alljährlich am 24. August gefeiert wird und soll an die laut Legende überlieferte Anspülung der Gebeine des Apostels Bartholomäus an den Strand der Insel Lipari erinnern.

Wer war der hl. Bartholomäus? – Heiligenlegende:

Hl. Bartholomäus - Bartholomäustag

Heiliger Bartholomäus im Dekenfresko der Sixtinischen Kapelle, Quelle: Wikimedia

Der Überlieferung nach war Bartholomäus ein Jünger Jesu (siehe Mk 3,14-19) und gehörte zu den zwölf Aposteln, die in den drei ersten Evangelien genannt werden. Vermutlich lebte der hl. Bartholomäus aber zu Beginn des 1. Jahrhunderts in Kana in Galiläa.
Laut Legende soll er in Ägypten, Kleinasien, Indien, Mesopotamien sowie in Armenien gepredigt haben und dann auch in letzter Gegend als Märtyrer gestorben sein. Auf Befehl von Astyages, einem Bruder des armenischen Herrschers Polymios, soll ihm bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen und dann mit dem Kopf nach unten gekreuzigt worden sein. Andere Quellen berichten wiederum von einer Enthauptung des Heiligen. Der Sarg mit dem Leichnam soll schließlich an der Insel Lipari bei Sizilien an Land gespült worden sein, wo man ihn auch bestattet habe. Über seinem Grab wurde dann etwas später eine Kirche errichtet, die im Jahr 831 von den Sarazenen zerstört wurde.

Heiligenattribute & Schutzpatron:

Der hl. Bartholomäus wird nach alter Überlieferung mit Messer und abgezogener Haut dargestellt. Außerdem gilt er als Schutzpatron der Bergleute, Gipser, Bauern, Winzer, Hirten, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker, Metzger, Buchbinder, Lederarbeiter sowie Öl- und Käsehändler. Laut katholischer Tradition soll er gegen Haut- und Nervenkrankheiten, Zuckungen, Dämonen und böse Geister helfen.

Tradition & Brauchtum am Bartholomäustag:

Besonders für die Bauern und Fischer ist der Bartholomäustag seit alters her ein bedeutsamer Termin, da dieser das traditionelle Ende des Sommers markiert: Die Getreideernte ist zu Ende und die Aussaat für das kommende Jahr beginnt. Für die Fischer endete an diesem Tag die Laichzeit und die neue Fangsaison begann. Ebenso begannen an diesem Tag die die ersten Vorbereitungen für das Weihnachtsfest. In früheren Jahren wurden oftmals die Pachtzahlungen am Bartholomäustag fällig. Vielerorts ist es üblich am Bartholomäustag Jahrmärkte, Volksfeste, Kirchweihfeste, Festumzüge oder Wallfahrten abzuhalten.

Zudem ist dieser Tag für Bauern und Winzer ein wichtiger Lostag für den es zahlreiche Bauernregeln gibt:

  • Zu Bartholomäus, sieh, da knickt der Hafer in die Knie. Wer Roggen hat, der säe, wer Grummet hat, der rech, wer Äpfel hat, der brech, wer Birnen hat, der rüttelt, wer Zwetschgen hat, der schüttelt! Wie Barholomäitag sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.
  • Gewitter um Bartholomä bringen Hagel und Schnee.
  • St. Bartholomäus hat’s Wetter parat, für den Herbst bis hin zur Saat.
  • Regen an Bartolomä tut den Reben bitter weh.
  • Bleiben Störche nach Bartholomä, kommt ein Winter, der tut nicht weh.
  • Wie sich das Wetter am Bartheltag stellt ein, so soll’s den ganzen September sein.

Quelle:

  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 36ff.

Die Reliquienverehrung …

Was ist eine Reliquie?

Reliquienverehrung - Reliquie

Reliquienschrein in Form einer Basilika (Köln), Quelle: Wikimedia

Der Begriff „Reliquie“ kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „Überbleibsel“. Er bezeichnet einen Gegenstand der religiösen Verehrung, zumeist ein Körperteil oder Teil des persönlichen Besitzes eines Heiligen. Als Sonderform gibt es so genannte Berührungsreliquien, also Gegenstände wie bspw. Kleidungsstoffe, mit denen der Heilige in Berührung kam oder gekommen sein soll. Solche Gegenstände werdern verehrt, weil die Gläubigen auf diese Weise das ehrende Gedenken des jeweiligen Heiligen bewahren und zudem erhoffen von dessen Wirkkräften Anteil und Segen zu bekommen. Dabei dürfen Reliquien nicht als magische Gegenstände missverstanden werden, deren bloßer Besitz das Heil garantiere oder bestimmte Wirkungen hervorrufen. Denn im Verständnis der katholischen Kirche sowie auch dem der orthodoxen Kirchen ist es die Fürbitte der Heiligen bei Gott, welcher eine bestimmte Hilfe zugeschrieben wird, nicht aber die irgendeines Gegenstands.

Entwicklung der Reliquienverehrung:

Schon recht früh entwickelte sich im Christentum der Brauch den Gedenktag von Heiligen und Märtyrern zu feiern. In diesem Zuge kam auch die Verehrung von Reliquien auf. Als erste im Christentum bekannte Verehrung von Reliquien sind diejenigen des Polykarp von Smyrna überliefert. Man begann im Laufe der Zeit, die Gräber von Märtyrern zu öffnen, deren Reliquien zu erheben und sie unter dem Altar einer Kirche zu beizusetzen (in der Westkirche tat dies als erster Ambrosius von Mailand). Im 9. / 10. Jahrhundert setzte sich dann auch zunehmend der Brauch durch, dass nicht nur der ganze Leichnam, sondern auch seine einzelnen Teile als Reliquien verehrt wurden. Besonders im Verlauf des darauffolgenden Mittelalters nahm die Reliquienverehrung eine echte Breitenwirkung mit unterschiedlichsten Ausfaltungen an: Der Handel mit Reliquien blühte, es enstanden Reliquiare, Reliquienschreine und vielerorts gehörten Reliquienprozessionen (Reliquien von Heiligen werden über einen meist traditionell festgelegten Prozessionsweg getragen) zum Brauchtum. Zudem wurden mit dem Besuch von bestimmten Reliquien auch Ablässe von zeitlichen Sündenstrafen gewährt.
Ein falsches Verständnis von Reliquien, bei dem diesen magische Kräfte zugeschrieben wurden, hat das Konzil von Trient dann klare Glaubensorientierungen entgegengesetzt. Ebenfalls hat der Kodex des Kanonischen Rechts (CIC 1983), der im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils entstanden ist, nochmals klare Regeln für Reliquien definiert:

  • Canon 1190

§1: „Es ist verboten, heilige Reliquien zu verkaufen.“

§2: „Bedeutende Reliquien und ebenso andere, die beim Volk große Verehrung erfahren, können ohne Erlaubnis des Apostolischen Stuhls auf keine Weise gültig veräußert oder für immer an einen anderen Ort übertragen werden.“

  • Canon 1237

§2 „Die alte Tradition, unter einem feststehenden Altar Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen beizusetzen, ist nach den überlieferten Normen der liturgischen Bücher beizubehalten.“

Auch heute noch ist es üblich in der Liturgie am Gedenktag eines Heiligen oder zum Patrozinium einer Kirche des Heiligen oder des Festgeheimnisses besonders zu gedenken. Dabei werden an einigen Orten den Gläubigen Reliquare mit Reliquien zur Verehrung zugänglich gemacht. Zudem ist es  oftmals Brauch, dass der Priester mit dem Reliquiar einen besonderen Segen zu erteilen.

Bedeutende Reliquien:

  • Splitter vom Kreuz Christi
  • Grabtuch von Turin
  • Heilige Rock (Trier)
  • Eibinger Reliquienschatz (Reliquiensammlung)
  • Reliquiensammlung von Vodnjan
  • Heilige Lanze (Speer des Longinus)

 

Quellen:

Die Religiöse Kinderwoche (RKW) – Herkunft und Bedeutung …

Bedeutung der „Religiösen Kinderwoche“ …

Als „Religiöse Kinderwoche“ (RKW) wird eine Veranstaltung katholischer Kirchgemeinden für Kinder und Jugendliche verstanden. Diese wird zur thematischen Auseinandersetzung mit folgenden religiösen Inhalten abgehalten:

  • dem Erleben der christlichen Gemeinschaft
  • dem gemeinsamen Beten, Essen, Spielen
  • Erlernen religiöser Inhalte in der Katechese

Herkunft und Entwicklung der RKW …

Poverello - Liederbuch zur Religiösen Kinderwoche (RKW)Ihren Ursprung haben die religiösen Kinderwochen in der Anfangszeit der DDR, wo sie von katholischen Kirchengemeinden als bewusster Kontrapunkt zu den Ferienspielen (Winter- und Sommerferien) der staatlichen Schulen gesetzt wurden, um auf diese Weise die Erziehung der Kinder nicht allein nach dem sozialistischen Vorstellungen zu gründen. Unter der Anleitung von Erwachsenen (zumeist Pfarrer und Eltern) fanden diese Treffen eine Woche lang in den Gemeinderäumen statt.

Die religiösen Kinderwochen erfreuen sich in heutiger Zeit aufgrund ihrer Herkunft vor allem in Ostdeutschland einer großen Beliebtheit. Aber auch in den westdeutschen Kirchengemeinden finden sie mittlerweile Verbreitung. Allgemein ist eine religiöse Kinderwoche häufig mit einer Fahrt verbunden. Dazu beschäftigen sich jedes Jahr Erwachsene zu neuen Themen des christlichen Glaubens mit den Kindern der Gemeinde. Eine Diözese übernimmt dabei jährlich die inhaltliche Vorbereitung der RKW. Dazu wird dann beim Leipziger St.-Benno-Verlag ein entsprechendes Materialpaket verlegt. Neuerdings gibt es übrigens auch erste Versuche, ökumenische religiöse Kinderwochen zu veranstalten.

Eine Vielzahl geeigneter Materialien zur Gestaltung der Religiösen Kinderwoche finden Sie übrigens im Vivat!-Onlineshop.

Weitere Informationen finden Sie zudem unter: www.religioesekinderwoche.de