Die Sonntage der Osterzeit im Überblick…

Die evangelische Liturgie kennt für die einzelnen Sonntage nach Ostern verschiedene Namen. Diese richten sich jeweils nach dem Anfang der Antiphon des Introitus des jeweiligen Sonntags. Dazu gibt es einen originellen Merksatz zum Einprägen der sechs Sonntage: „Quitten müssen junge Christen roh essen.“

  1. Sonntag nach Ostern (Quasimodogeniti)
  2. Sonntag nach Ostern (Misericordias Domini)
  3. Sonntag nach Ostern (Jubilate)
  4. Sonntag nach Ostern (Kantate)
  5. Sonntag nach Ostern (Vocem jucunditatis / Rogate)
  6. Sonntag nach Ostern (Exaudi)

Die Sonntage der Osterzeit in der evangelischen Liturgie:

1. Quasimodogeniti – 1. Sonntag nach Ostern

„Quasi modo geniti infantes, halleluja, rationabile sine dolo lac concupiscite, halleluja.“ („Wie neugeborene Kinder, Halleluja, verlangt nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, Halleluja.“ – 1 Petr 2,2a)

Sonntage der Osterzeit - RogateDiese Antiphon verweist an den durch das Osterfest gegebenen Beginn eines neuen Lebens in Jesus Christus. Alle Gläubigen, vor allem die an Ostern Neugetauften, sollen sich „wie neugeborene Kinder“ fühlen, nachdem durch die Auferstehung Jesu der Tod besiegt wurde. Der Text deutet die Osternacht als althergebrachten Tauftermin an.

Die katholische Kirche begeht diesen Sonntag als Oktavtag von Ostern sowie traditionell als Weißen Sonntag (Dominica in albis) bezeichnet. Papst Johannes Paul II. bestimmte ihn im Jahr 2000 zum „Barmherzigkeitssonntag“. Zudem findet an diesem Tag in vielen Gemeinden die Erstkommunion statt.

2. Misericordias Domini – 2. Sonntag nach Ostern

„Misericordias Domini in aeternum cantabo.“ („Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen.“ – Ps 89,2)

Der zweite Sonntag nach Ostern ist von dem Motiv des „guten Hirten“ geprägt und wird daher auch als Hirtensonntag bzw. Guthirtensonntag genannt.

Schon seit die Alte Kirche die Lesungen der Evangelien für die einzelnen Sonntage festgelegt hat, steht der 2. Sonntag nach Ostern im Zeichen des guten Hirten.
In der römisch-katholischen Kirche wird der Sonntag des guten Hirten seit der Liturgiereform durch das 2. Vatikanische Konzil am 4. Sonntag nach Ostern gefeiert, um auf diese Weise die ersten drei Ostersonntage den eigentlichen Osterevangelien (Begegnungen mit dem Auferstandenen) vorzubehalten.

3. Jubilate – 3. Sonntag nach Ostern

„Jubilate Deo, omnis terra.“ („Jauchzt vor Gott, alle Länder der Erde!“ – Ps 66,1)

Dieser Sonntag ist nach alter Tradition in besonderer Weise dem Lob des Schöpfers gewidmet.

4. Kantate – 4. Sonntag nach Ostern

„Cantate Domino canticum novum.“ („Singt dem Herrn ein neues Lied.“ – Ps 98,1)

Der Schwerpunkt des Gottesdienstes an Kantate-Sonntag liegt auf dem Gesang zum Gotteslob sowie der Wertschätzung des Gesangs und der Kirchenmusik. An vielen Orten wird der Sonntag Kantate als musikalisch besonders gestalteter Gottesdienst gefeiert. Häufig werden an diesem Sonntag die Kirchenmusikdirektoren durch den Landesbischof ernannt.

5. Vocem jucunditatis / Rogate – 5. Sonntag nach Ostern

„Vocem jucunditatis annuntiate, et audiatur.“ („Verkündet es jauchzend, damit man es hört!“ – Jes 48,20)

Der Sonntag „Vocem jucunditatis“ wird auch Rogate (vom Lat.: rogate, „betet / bittet“) oder Bittsonntag bezeichnet. Die Bezeichnung Rogate kommt historisch von den Bittprozessionen für eine gute Ernte her entwickelt, die an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt als Flurumgänge über die Felder in den katholisch geprägten ländlichen Gebieten auch noch heute zum Brauchtum gehören. Solche Bittprozessionen wurden im 4. Jahrhundert in Rom eingeführt, um heidnische Flurprozessionen zu verdrängen oder zu verchristlichen. In Gallien sind bereits seit dem 5. Jahrhundert Bitt- und Bußprozessionen an den drei Bittagen zwischen dem 5. Sonntag nach Ostern und Christi Himmelfahrt bezeugt, die dann um 800 auch in Rom übernommen wurden.

An vielen Orten wird der Rogatesonntag als Missionssonntag begangen.

6. Exaudi – 6. Sonntag nach Ostern

„Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te.“ („Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; sei mir gnädig und erhöre mich!“ – Ps 27,7)

Die Texte der Liturgie dieses letzten Sonntags vor Pfingsten weisen schon auf das nahende Pfingstfest hin. Der Schwerpunkt liegt in der Erwartung des Heilshandelns Gottes.

Quelle:

Das Leben der Hildegard von Bingen – Biographie …

Geburt und Aufstieg im Orden:

Hildegard von Bingen - Buch

Hildegard von Bingen: Das Buch der göttlichen Werke (um 1230), Quelle: WGA

Die große Hildegard von Bingen erblickte im Sommer 1098 in Bermersheim bei Alzey in Rheinhessen als zehntes Kind der Edelfreien Hildebert und Mechtild das Licht der Welt.
Bereits im Jahre 1106 brachte man Hildegard im Alter von acht Jahren in die Klause auf dem Disibodenberg, wo sie durch ihre Verwandte Jutta von Spanheim für das geistliche Leben erzogen wurde. Hier unterwies man sie im Lesen der Bibel, im Psalmengesang, in der Liturgie sowie in der Ordensregel des heiligen Benedikt. Die Entscheidung für das geistliche Leben im Orden wurde im Jahre 1114 durch das Ablegen der ewigen Gelübde besiegelt. Vom heiligen Otto, dem damaligen Bischof von Bamberg, empfing sie ihren Ordensschleier. Nachdem Jutta von Spanheim 1136 verstarb, wählte man Hildegard im Alter von 38 Jahren zur geistlichen Mutter ihrer Ordensgemeinschaft.

Schicksalsjahr 1141:

Das Jahr 1141 brachte viel Veränderung für Hildegard mit sich: Einerseits fingen ihre Visionen an, welche sie niederschrieb. Andererseits begann auch ihr öffentliches Wirken, das vor allem durch diverse Briefwechsel mit vielen hochgestellten Persönlichkeiten ihrer Zeit wie Kaiser Friedrich Barbarossa uvm. sowie durch das Schreiben und Veröffentlichen ihrer theologischen sowie anthropologischen Vorstellungen geschah.

Klostergründungen der Hildegard von Bingen:

Trotz dem Widerstand der Benediktinermönche in Disibodenberg verließ Hildegard im Jahr 1147 ihr Heimatkloster Disibodenberg und entschloss sich ein eigenes Kloster mit etwa zwanzig Nonnen auf dem Rupertsberg bei Bingen zu gründen. Diese Klostergründung wurde mit der Verleihung der offiziellen Urkunde durch damaligen Erzbischof Arnold von Mainz am 22. Mai 1158 sowie durch einen Schutzbrief von Kaiser Friedrich Barbarossa am 10. April 1163 offiziell bestätigt. Aufgrund der rasch wachsenden Gemeinschaft, erwarb Hildegard im Jahr 1165 ein ausgebranntes Augustinerkloster in Eibingen und gründete an dieser Stelle ein Filialkloster. Sie setzte dort zwar eine Priorin ein, behielt sich allerdings die Äbtissinnenwürde vor.
Schließlich verstarb Hildegard im gesegneten Alter von 82 Jahren in dem von ihr gegründeten Kloster Rupertsberg bei Bingen am 17. September des Jahres 1179.

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Quelle:

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Die Osterwoche (Osteroktav) – Brauchtum in der Osterzeit

Als Osterwoche (auch Osteroktav genannt) wird die Woche von Ostersonntag bis einschließlich des darauffolgenden Sonntags (Weißer Sonntag) bezeichnet.

Bedeutung der Osterwoche (Osteroktav) …

Osterwoche - Osteroktav

Auferstehung Jesu Christi, Quelle: Wikimedia

Ihre besondere Bedeutung erhielt die Osterwoche aufgrund der in der Osternacht vollzogenen Taufen. Anschließend fanden jeden Tag Eucharistiefeiern statt, bei denen die Neugetauften mittels diverser Unterweisungen (aus Mystagogische Katechesen genannt) stärker in das Verständnis der Sakramente eingeführt werden sollten. Die Neugetauften durften in der Woche nach ihrer Taufe nicht baden und trugen ihre Taufkleider bis zum Sonntag nach Ostern, der deshaln auch heute noch den Namen „Weißer Sonntag“ trägt.

In der Osteroktav wird jeder der acht Tage zwischen dem Ostersonntag und dem Weißen Sonntag als ein Hochfest mit eigenen liturgischen Texten gefeiert. Als Oktav (vom Lateinischen „octavus“ – „der achte“) wird in der katholischen Liturgie der achte Tag (Oktavtag) nach einem Hochfest bezeichnet, welcher als dessen Nachklang begangen wird und dem Abschluss des jeweiligen Festes markiert. So hatten bis zur Liturgiereform im Zuge des 2. Vatikanischen Konzils übrigens alle größeren Feste eine Oktav.

Historische Entwicklung der Osterwoche …

Ihren Ursprung hat die Ostwoche vermutlich im 3./4. Jahrhundert. Laut dem Bericht der Egeria wurde in Jerusalem acht Tage lang die Erhöhung Christi durch tägliche Gottesdienste in der Himmelfahrtskirche mit feierlichen Prozessionen zur Auferstehungskirche gefeiert. Hierbei wurden außerdem die biblischen Berichte über die Erscheinungen des Auferstandenen gelesen. Im Verlauf der Entwicklung wurde die Osteroktav Schritt für Schritt verkürzt, bis nur noch der Sonntag, Montag und Dienstag als „Auferstehungs-Triduum“ (parallel zum „Leidens-Triduum“) gefeiert wurde.

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Quelle:

  • Bieritz, Karl-Heinrich: Das Kirchenjahr. Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart; Berlin 1986, 129ff.