Heiliger Bartholomäus – Bartholomäustag

Der Bartholomäustag (süddt.: Barthel) ist ein Gedenktag (in der katholischen Liturgie sogar ein Fest), der alljährlich am 24. August gefeiert wird und soll an die laut Legende überlieferte Anspülung der Gebeine des Apostels Bartholomäus an den Strand der Insel Lipari erinnern.

Wer war der hl. Bartholomäus? – Heiligenlegende:

Hl. Bartholomäus - Bartholomäustag

Heiliger Bartholomäus im Dekenfresko der Sixtinischen Kapelle, Quelle: Wikimedia

Der Überlieferung nach war Bartholomäus ein Jünger Jesu (siehe Mk 3,14-19) und gehörte zu den zwölf Aposteln, die in den drei ersten Evangelien genannt werden. Vermutlich lebte der hl. Bartholomäus aber zu Beginn des 1. Jahrhunderts in Kana in Galiläa.
Laut Legende soll er in Ägypten, Kleinasien, Indien, Mesopotamien sowie in Armenien gepredigt haben und dann auch in letzter Gegend als Märtyrer gestorben sein. Auf Befehl von Astyages, einem Bruder des armenischen Herrschers Polymios, soll ihm bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen und dann mit dem Kopf nach unten gekreuzigt worden sein. Andere Quellen berichten wiederum von einer Enthauptung des Heiligen. Der Sarg mit dem Leichnam soll schließlich an der Insel Lipari bei Sizilien an Land gespült worden sein, wo man ihn auch bestattet habe. Über seinem Grab wurde dann etwas später eine Kirche errichtet, die im Jahr 831 von den Sarazenen zerstört wurde.

Heiligenattribute & Schutzpatron:

Der hl. Bartholomäus wird nach alter Überlieferung mit Messer und abgezogener Haut dargestellt. Außerdem gilt er als Schutzpatron der Bergleute, Gipser, Bauern, Winzer, Hirten, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker, Metzger, Buchbinder, Lederarbeiter sowie Öl- und Käsehändler. Laut katholischer Tradition soll er gegen Haut- und Nervenkrankheiten, Zuckungen, Dämonen und böse Geister helfen.

Tradition & Brauchtum am Bartholomäustag:

Besonders für die Bauern und Fischer ist der Bartholomäustag seit alters her ein bedeutsamer Termin, da dieser das traditionelle Ende des Sommers markiert: Die Getreideernte ist zu Ende und die Aussaat für das kommende Jahr beginnt. Für die Fischer endete an diesem Tag die Laichzeit und die neue Fangsaison begann. Ebenso begannen an diesem Tag die die ersten Vorbereitungen für das Weihnachtsfest. In früheren Jahren wurden oftmals die Pachtzahlungen am Bartholomäustag fällig. Vielerorts ist es üblich am Bartholomäustag Jahrmärkte, Volksfeste, Kirchweihfeste, Festumzüge oder Wallfahrten abzuhalten.

Zudem ist dieser Tag für Bauern und Winzer ein wichtiger Lostag für den es zahlreiche Bauernregeln gibt:

  • Zu Bartholomäus, sieh, da knickt der Hafer in die Knie. Wer Roggen hat, der säe, wer Grummet hat, der rech, wer Äpfel hat, der brech, wer Birnen hat, der rüttelt, wer Zwetschgen hat, der schüttelt! Wie Barholomäitag sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.
  • Gewitter um Bartholomä bringen Hagel und Schnee.
  • St. Bartholomäus hat’s Wetter parat, für den Herbst bis hin zur Saat.
  • Regen an Bartolomä tut den Reben bitter weh.
  • Bleiben Störche nach Bartholomä, kommt ein Winter, der tut nicht weh.
  • Wie sich das Wetter am Bartheltag stellt ein, so soll’s den ganzen September sein.

Quelle:

  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 36ff.

Die Reliquienverehrung …

Was ist eine Reliquie?

Reliquienverehrung - Reliquie

Reliquienschrein in Form einer Basilika (Köln), Quelle: Wikimedia

Der Begriff „Reliquie“ kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „Überbleibsel“. Er bezeichnet einen Gegenstand der religiösen Verehrung, zumeist ein Körperteil oder Teil des persönlichen Besitzes eines Heiligen. Als Sonderform gibt es so genannte Berührungsreliquien, also Gegenstände wie bspw. Kleidungsstoffe, mit denen der Heilige in Berührung kam oder gekommen sein soll. Solche Gegenstände werdern verehrt, weil die Gläubigen auf diese Weise das ehrende Gedenken des jeweiligen Heiligen bewahren und zudem erhoffen von dessen Wirkkräften Anteil und Segen zu bekommen. Dabei dürfen Reliquien nicht als magische Gegenstände missverstanden werden, deren bloßer Besitz das Heil garantiere oder bestimmte Wirkungen hervorrufen. Denn im Verständnis der katholischen Kirche sowie auch dem der orthodoxen Kirchen ist es die Fürbitte der Heiligen bei Gott, welcher eine bestimmte Hilfe zugeschrieben wird, nicht aber die irgendeines Gegenstands.

Entwicklung der Reliquienverehrung:

Schon recht früh entwickelte sich im Christentum der Brauch den Gedenktag von Heiligen und Märtyrern zu feiern. In diesem Zuge kam auch die Verehrung von Reliquien auf. Als erste im Christentum bekannte Verehrung von Reliquien sind diejenigen des Polykarp von Smyrna überliefert. Man begann im Laufe der Zeit, die Gräber von Märtyrern zu öffnen, deren Reliquien zu erheben und sie unter dem Altar einer Kirche zu beizusetzen (in der Westkirche tat dies als erster Ambrosius von Mailand). Im 9. / 10. Jahrhundert setzte sich dann auch zunehmend der Brauch durch, dass nicht nur der ganze Leichnam, sondern auch seine einzelnen Teile als Reliquien verehrt wurden. Besonders im Verlauf des darauffolgenden Mittelalters nahm die Reliquienverehrung eine echte Breitenwirkung mit unterschiedlichsten Ausfaltungen an: Der Handel mit Reliquien blühte, es enstanden Reliquiare, Reliquienschreine und vielerorts gehörten Reliquienprozessionen (Reliquien von Heiligen werden über einen meist traditionell festgelegten Prozessionsweg getragen) zum Brauchtum. Zudem wurden mit dem Besuch von bestimmten Reliquien auch Ablässe von zeitlichen Sündenstrafen gewährt.
Ein falsches Verständnis von Reliquien, bei dem diesen magische Kräfte zugeschrieben wurden, hat das Konzil von Trient dann klare Glaubensorientierungen entgegengesetzt. Ebenfalls hat der Kodex des Kanonischen Rechts (CIC 1983), der im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils entstanden ist, nochmals klare Regeln für Reliquien definiert:

  • Canon 1190

§1: „Es ist verboten, heilige Reliquien zu verkaufen.“

§2: „Bedeutende Reliquien und ebenso andere, die beim Volk große Verehrung erfahren, können ohne Erlaubnis des Apostolischen Stuhls auf keine Weise gültig veräußert oder für immer an einen anderen Ort übertragen werden.“

  • Canon 1237

§2 „Die alte Tradition, unter einem feststehenden Altar Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen beizusetzen, ist nach den überlieferten Normen der liturgischen Bücher beizubehalten.“

Auch heute noch ist es üblich in der Liturgie am Gedenktag eines Heiligen oder zum Patrozinium einer Kirche des Heiligen oder des Festgeheimnisses besonders zu gedenken. Dabei werden an einigen Orten den Gläubigen Reliquare mit Reliquien zur Verehrung zugänglich gemacht. Zudem ist es  oftmals Brauch, dass der Priester mit dem Reliquiar einen besonderen Segen zu erteilen.

Bedeutende Reliquien:

  • Splitter vom Kreuz Christi
  • Grabtuch von Turin
  • Heilige Rock (Trier)
  • Eibinger Reliquienschatz (Reliquiensammlung)
  • Reliquiensammlung von Vodnjan
  • Heilige Lanze (Speer des Longinus)

 

Quellen:

Die Religiöse Kinderwoche (RKW) – Herkunft und Bedeutung …

Bedeutung der „Religiösen Kinderwoche“ …

Als „Religiöse Kinderwoche“ (RKW) wird eine Veranstaltung katholischer Kirchgemeinden für Kinder und Jugendliche verstanden. Diese wird zur thematischen Auseinandersetzung mit folgenden religiösen Inhalten abgehalten:

  • dem Erleben der christlichen Gemeinschaft
  • dem gemeinsamen Beten, Essen, Spielen
  • Erlernen religiöser Inhalte in der Katechese

Herkunft und Entwicklung der RKW …

Poverello - Liederbuch zur Religiösen Kinderwoche (RKW)Ihren Ursprung haben die religiösen Kinderwochen in der Anfangszeit der DDR, wo sie von katholischen Kirchengemeinden als bewusster Kontrapunkt zu den Ferienspielen (Winter- und Sommerferien) der staatlichen Schulen gesetzt wurden, um auf diese Weise die Erziehung der Kinder nicht allein nach dem sozialistischen Vorstellungen zu gründen. Unter der Anleitung von Erwachsenen (zumeist Pfarrer und Eltern) fanden diese Treffen eine Woche lang in den Gemeinderäumen statt.

Die religiösen Kinderwochen erfreuen sich in heutiger Zeit aufgrund ihrer Herkunft vor allem in Ostdeutschland einer großen Beliebtheit. Aber auch in den westdeutschen Kirchengemeinden finden sie mittlerweile Verbreitung. Allgemein ist eine religiöse Kinderwoche häufig mit einer Fahrt verbunden. Dazu beschäftigen sich jedes Jahr Erwachsene zu neuen Themen des christlichen Glaubens mit den Kindern der Gemeinde. Eine Diözese übernimmt dabei jährlich die inhaltliche Vorbereitung der RKW. Dazu wird dann beim Leipziger St.-Benno-Verlag ein entsprechendes Materialpaket verlegt. Neuerdings gibt es übrigens auch erste Versuche, ökumenische religiöse Kinderwochen zu veranstalten.

Eine Vielzahl geeigneter Materialien zur Gestaltung der Religiösen Kinderwoche finden Sie übrigens im Vivat!-Onlineshop.

Weitere Informationen finden Sie zudem unter: www.religioesekinderwoche.de

Das Ritual der Kräutersegnung (Kräuterweihe)

Alljährlich am Fest Mariä Himmelfahrt (15. August) findet in der katholischen Kirche seit Jahrhunderten das Ritual der Kräutersegnung (auch Kräuterweihe, Würzweihe oder Kräuterbuschtag) statt. Hierbei werden unterschiedliche Kräuter zu Sträußen gebunden und dann zur Segnung bzw. Weihe gebracht.

Herkunft und Bedeutung:

Schon seit frühester Zeit sind Kräuter und ihre heilende Wirkung  für die Menschen aller Kulturen lebenswichtig. Außerdem wurden sie häufig als Geschenke des Himmels oder der Gottheit angesehen. Der Brauch der Kräutersegnung selbst geht auf eine alte Legende zurück, nach der die Jünger das Grab der Jungfrau Maria geöffnet hätten und dort statt ihrem Leichnam Blüten und Kräuter vorgefunden haben. Erstmal fand diese Tradition in der katholischen Kirche ab dem 9. Jahrhundert Erwähnung. Besonders stark ist dieses Ritual bei der Landbevölkerung verwurzelt. Da Maria seit Anbeginn des Christentums als heiles und unbeflecktes Geschöpf verehrt wird, ist es auch nicht verwunderlich, dass das Brauchtum der Kräutersegnung gerade mit ihr in Verbindung gebracht wird. Maria ist quasi ein Symbol für die heilwirkende Kraft Gott am Menschen.

Brauchtum der Kräutersegnung (Kräuterweihe):

Je nach Region unterschiedlich werden in die Kräuterbüschel sieben oder mehr Kräuter gebunden. Typische Kräuter, die hier Verwendung finden sind Alant, Echtes Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian, Eisenkraut, Odermennig, Alan, Klee sowie die verschiedenen Getreidesorten.
In einigen Regionen wurden in die Kräuterbuschen so viele Alantblüten eingebunden, wie es Menschen, Kühe und Pferde auf dem Hof gab. Besonders der Tee aus diesen geweihten Kräutern sollte eine große Heilwirkung haben. Oftmals wurde kranken Tieren geweihte Kräuter ins Futter gemischt. Als Schutz vor Blitzschlag beim Gewitter warfen die Menschen Kräuter aus dem gesegneten Buschen ins offene Feuer.

Die Kräuterbuschen sind der Anzahl der Kräuter (zumeist mit symbolischem Hintergrund) nach von Region zu Region verschieden:

  • sieben (Zahl der Wochen- bzw. Schöpfungstage, sieben Sakramente, sieben Schmerzen Mariens, sieben Gaben des hl. Geist),
  • neun (dreimal drei für die hl. Dreifaltigkeit),
  • Zwölf (Zahl der Apostel),
  • 14 (Zahl der Nothelfer),
  • 24 (zweimal zwölf: zwölf Stämme Israels aus dem alten oder zwölf Apostel Christi aus dem neuen Testament),
  • 72 (sechsmal zwölf, letztere ist die Zahl der Jünger Jesu),
  • 99

Das Ritual:

Das heutige Ritual der Kräutersegung sieht vor, dass am Hochfest Maria Himmelfahrt Kräuter zu einem Strauß gebunden und mit zur Kirche gebracht werden. Diese werden dort im Gottesdienst oder aber im Anschluss an diesen vom Priester gesegnet. Dabei spricht er folgende Worte:

Herr, unser Gott, du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben und sie in den Himmel aufgenommen. An ihrem Fest danken wir dir für alle Wunder deiner Schöpfung. Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude. Segne + diese Kräuter und Blumen. Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens. Schenke uns auf die Fürsprache Mariens dein Heil. Lass uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung, die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit.

Nach diesen Worten werden die Kräuter mit Weihwasser besprengt.
Die Kräutersegnung bzw. Kräuterweihe zählt in der katholischen Kirche zu den Sakramentalien. In etlichen Ortschaften Bayerns und Tirols beginnt damit auch die Zeit des Frauendreißigers (Zeit zwischen den Festen Mariä Himmelfahrt am 15. August und Mariä Namen am 12. September, die als besondere Gnadenzeit gilt).

Quellen:

  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 174ff.
  • www.liturgie.cc