Das Fest Maria Heimsuchung …

Jährlich am 2. Juli bzw. dem 31. Mai begeht die Kirche das Fest Mariä Heimsuchung (auch Marä Heimsuchung, auf lateinisch: Visitatio Mariae), an dem in besonderer Weise einer Episode aus dem Lukasevangelium (LK 1,39) gedacht wird, als Maria ihre Verwandte Elisabeth besucht.

Bedeutung von Maria Heimsuchung …

Maria Heimsuchung

Begegnung zwischen Elisabeth und Maria

Als biblischen Hintegrund für dieses Fest gilt der lukanische Bericht (Lk 1,39-45) über den Besuch Marias bei ihrer Verwandten Elisabeth (deshalb „Heimsuchung“). Als die schwangere Elisabeth den Gruß von Maria hört, „hüpft das Kind in ihrem Leibe“. Elisabeth, die selbst im sechsten Monat schwanger, grüßt sie darauf mit folgenden Worten: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ Auf diese Seligpreisung der Elisabeth hin, antwortet Maria mit ihrem berühmten Lobgesang, dem Magnificat (Lk 1,46-55). Somit wird in der Begegnung der beiden schwangeren Frauen bereits die Begegnung des zukünftigen Erlösers (Jesus Christus) mit dessen Vorboten und Wegbereiter (Johannes der Täufer) vorweggenommen.

Ursprung und Entwicklung des Festes …

Dieses Marienfest hat seinen Ursprung bereits im Mittelalter. Hier wurde es im Jahr 1263 vom Ordensgeneral der Franziskaner, dem heiligen Bonaventura für seinen Orden eingeführt. Der ursprüngliche Termin für Maria Heimsuchung war der 2. Juli und hängt mit dem Geburtsfest Johannes des Täufers zusammen, dessen Oktav es bildet. Infolge des schnellen Wachstums des Franziskanerordens verbreitete sich das Fest in der gesamten Westkirche. Unter Papst Pius V. wurde der Festtag offiziell um die Jahre 1568/70 für den 2. Juli in den römischen Kalender aufgenommen. Im Zuge der nachkonziliaren Liturgiereform wurde das Fest in den 1960iger Jahren auf den 31. Mai verschoben und bildet heute den Abschluss für den Marienmonat Mai. Diese Verschiebung hatte ihren Grund in der Chronologie von Verkündigung (25. März), Heimsuchung und Geburt (24. Juni), welche man auf diese Weise erreichen wollte. Allerdings findet sich Maria Heimsuchung im deutsche Regionalkalender weiterhin am 2. Juli, weshalb bspw. im Marienwallfahrtsort Werl weiterhin am 2. Juli das Patronatsfest der Wallfahrtsbasilika gefeiert wird.

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Quelle:

  • Bieritz, Karl-Heinrich: Das Kirchenjahr. Feste, Gedenk- und Feiertage in Geschichte und Gegenwart; Berlin 1986, 210f.

Ave Regina Caelorum – marianische Antiphon

Das „Ave Regina Caelorum“ ist eine marianische Antiphon, die nach alter kirchlicher Tradition im Stundengebet in der Fastenzeit im Anschluss an die Vesper oder Komplet gesungen wird.

Entstehung und Bedeutung

Das „Ave Regina caelorum“ (zu deutsch: Ave, du Himmelskönigin) ist der Name einer marianischen Antiphon und ist nach den ersten drei Worten des lateinischen Textes betitelt. Im Stundengebet der katholischen Kirche wird sie in der Fastenzeit entweder nach der Vesper oder aber nach der Komplet gesungen. Im Mittellatein ist häufig die Schreibweise „Ave Regina coelorum“ verbreitet. Entstanden ist der Text dieser Antiphon wohl um 1100, die gregorianische Melodie hingegen erst im im Verlauf des 17. Jahrhunderts.

Ave Regina Caelorum als Text

Latein:

Ave Regina Caelorum

Maria als Himmelskönigin

Der komplette Hymnus „Ave Regina Caelorum“ auf Latein …

Ave Regina caelorum,
ave Domina Angelorum:
Salve radix, salve porta,
ex qua mundo lux est orta:
Gaude Virgo gloriosa,
super omnes speciosa:
Vale o valde decora,
et pro nobis Christum exora.

Deutsch:

Die deutsche Übersetzung der Antiphon …

Ave, du Himmelskönigin,
ave, der Engel Herrscherin.
Wurzel, der das Heil entsprossen,
Tür, die uns das Licht erschlossen:
Freu dich, Jungfrau voll der Ehre,
über allen Sel’gen hehre,
sei gegrüßt, des Himmels Krone,
bitt’ für uns bei deinem Sohne.

Brauchtum und Tradition in der Liturgie

Die Antiphon beschließt im katholischen Stundengebet während der gesamten Fastenzeit entweder die Vesper oder aber die Komplet.

Der lateinische Hymnus findet sich im Gotteslob unter der Nummer 666,2 (GLalt 579).

Hörbeispiel zur marianischen Antiphon

Der Hymnus „Ave Regina Caelorum“ zum Anhören:

Quellen:

Salve Regina – marianische Antiphon

Das „Salve Regina“ ist eine marianische Antiphon, die nach alter kirchlicher Tradition im Stundengebet (im normalen Jahreskreis) im Anschluss an die Vesper oder Komplet gesungen wird.

Entstehung und Bedeutung

Das „Salve Regina“ (zu deutsch: „Gegrüßet seist du, Königin“) ist der Name einer marianischen Antiphon  und ist nach den ersten beiden Worten des lateinischen Textes betitelt. Im Stundengebet der katholischen Kirche wird sie in der Zeit des normalen Jahreskreises (also nicht in der Fastenzeit und im Oster– bzw. Weihnachtsfestkreis) entweder nach der Vesper oder aber nach der Komplet gesungen. Als Verfasser des Textes gilt Hermannus Contractus (Hermann der Lahme, 1013-1054), einem Benediktiner der Abtei Reichenau, wobei die letzten Anrufungen des Gebets (o clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria) vermutlich ein späterer Zusatz sind, die der heilige Bernhard von Clairvaux angefügt haben soll.

Die gregorianische Singweise des Salve Regina ist im Graduale Romanum verzeichnet. In den Klöstern und Gemeinden wird am häufigsten die Melodie des belgischen Barockkomponisten Henri Dumont (1610–1684) gesungen, die im Gotteslob unter Nr. 666, 4 (GLalt 570) zu finden ist. Als Anfangsmotiv steht der Dur-Dreiklang mit der Sexte, der auch eine häufige Geläutedispositionist, die oft Salve-Regina-Geläut bezeichnet wird.

Salve Regina als Text

Latein:

Salve Regina

Maria Himmelskönigin

Der komplette Hymnus „Salve Regina“ auf Latein …

Salve, Regina, mater misericordiae,
vita, dulcedo, et spes nostra, salve.
Ad te clamamus exsules filii Evae.
Ad te suspiramus,
gementes et flentes in hac lacrimarum valle.
Eia, ergo, advocata nostra,
illos tuos misericordes oculos ad nos converte.
Et Jesum, benedictum fructum ventris tui,
nobis post hoc exsilium ostende.
O clemens, O pia, O dulcis Virgo Maria. Amen.

Deutsch:

Die deutsche Übersetzung der Antiphon …

Sei gegrüßt, o Königin,
Mutter der Barmherzigkeit,
unser Leben, uns’re Wonne
und uns’re Hoffnung, sei gegrüßt.
Zu dir rufen wir verbannte Kinder Evas,
zu dir seufzen wir
trauernd und weinend in diesem Tal der Tränen.
Wohlan denn, uns’re Fürsprecherin,
wende deine barmherzigen Augen uns zu,
und nach diesem Elend zeige uns Jesus,
die gebenedeite Frucht deines Leibes.
O gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.

 

Brauchtum und Tradition in der Liturgie

Die Antiphon beschließt im katholischen Stundengebet vom Dreifaltigkeitssonntag bis zum Ende des Kirchenjahres (Christkönig) entweder die Vesper oder aber die Komplet.

In etlichen Gegenden ist es zudem Tradition, das Salve Regina auch beim Begräbnis eines Priesters oder einer anderen Person des geweihten Lebens am Grab zu singen.

Der lateinische Hymnus findet sich im Gotteslob unter der Nummer 666,4 (GLalt 570). Die bekannteste deutsche Übertragung des „Salve Regina“ ist jene mit der Melodie von Heinrich Rohr, die im alten Gotteslob von 1975 unter Nummer 571 abgedruckt ist.

Hörbeispiel zur marianischen Antiphon

Der Hymnus „Salve Regina“ zum Anhören:

Quellen:

Gedenktag des hl. Florian

Jedes Jahr am 4. Mai begeht die Kirche den Gedenktag des heiligen Florian, der im 3. Jahrhundert gelebt haben und als Märtyrer gestorben sein soll.

Heiligenlegende:

Heiliger Florian

Martyrium des hl. Florian, Quelle: Wikimedia

Der Legende nach lebte der hl. Florian im 3. Jahrhundert und war Kanzleivorstand des Statthalters der römischen Provinz Ufernorikum und lebte in Aelium Cetium (Sankt Pölten). Unter Kaiser Diokletian kam es in den Jahren 303/304 zu einer Christenverfolgung. Als Statthalter Aquilinus nach Lauriacum (heutiges Lorch in der Nähe von Wels, Oberösterreich), wurden 40 Christen wurden ergriffen und nach vielen Schikanen eingesperrt. Nachdem Florian davon erfahren hatte, eilte er sofort nach Lauriacum, um den Verfolgten ihnen beizustehen. Dabei wurde auch er von seinen ehemaligen Militärkameraden aufgegriffen und verhaftet, da er sich öffentlich als Christ bekannte, und vor den besagten Statthalter geführt. Er weigerte sich dem christlichen Glauben abzuschwören und wurde daraufhin mit Knüppeln geschlagen. Zudem wurden seine Schulterblätter mit geschärften Eisen gebrochen. Am 4. Mai des Jahres 304 wurde er der Überlieferung nach schließlich zum Tode verurteilt und in Lauriacum mit einem Stein um den Hals von der drotigen Brücke in die Enns geworfen, woraufhin er ertrank. Der Leichnam wurde der Legende nach auf einem Uferfelsen angeschwemmt und von einem Adler mit ausgespannten Schwingen bewacht. Dort wurde er von einer tiefgläubigen Frau gefunden und zu seinem vorherbestimmten Bestattungsort gebracht. Dazu legte Sie seine Gebeine auf einen Karren, der von Tieren gezogen wurde, und deckte ihn mit Sträuchern und Laubwerk zu, um ihn auf diese Weise ungesehen zu bleiben. Als auf dem Weg zur Begräbnisstätte die Zugtiere schlapp wurden und stehen blieben, entsprang auf ein Gebet der Frau hin eine Quelle (heute Florianbrunnen bei der Kirche St. Johann in St. Florian) und die Tiere konnten sogleich trinken. Am Bestattungsort begrub ihn die Frau schnell in der Erde und einige Jahre später entstand über seinem Grab das beühmte Stift Sankt Florian.
Die Reliquien des heiligen Florian werden heute im oberösterreichischen Chorherrenstift St. Florian verehrt.

Heiligenattribute & Schutzpatron:

Nach alter Tradition wird St. Florian in der christlichen Kunst zumeist als römischer Legionär mit Fahne, Wasserkübel, einem brennenden Haus, manchmal auch mit Mühlstein am Hals dargestellt.
Der heilge Florian gilt als Schutzpatron der Feuerwehr, der Bäcker, Rauchfangkehrer, Bierbrauer, Gärtner, Böttcher, Töpfer, Schmiede und Seifensieder. Er ist zudem Patron von Polen (Reliquien von ihm befinden sich in Krakau), Oberösterreich und Linz. Schließlich wird seine Fürsprache bei Feuer und Dürre angerufen.
Den Gedenktag begeht die katholische Kirche alljährlich am 4. Mai. Zudem wird bei den Feuerwehren in Österreich der so genannte Florianitag gefeiert.

Brauchtum & Traditionen zum hl. Florian:

Zum Brauchtum des hl. Florian gehört in den alpenländischen Ländern die Tradition sein Bildnis als Schutz gegen Feuersbrünste und Unfruchtbarkeit an den Häuserwänden anzubringen.

In Österreich wird der Florianitag zu Ehren des heiligen Florian jährlich von vielen Feuerwehren gefeiert und dient dabei zumeist auch der öffentlichen Präsentation der jeweiligen Brandwache. Dazu findet dann oft eine heilige Messe innerhalb der jeweiligen Feuerwehr statt. Anschließend erfolgen  Vorführungen für das Publikum im Rahmen eines Tages der offenen Tür.
Auch ist es vielerorts in Österreich üblich an an diesem Festtag Feuerwehrmänner in der Öffentlichkeit für besondere Verdienste zu ehren oder Floranibittgänge abzuhalten, bei denen Florian gegen Stürme, Feuer- und Brandgefahren angerufen wird.
Ebenfalls gibt es seit ca. hundert Jahren gemeinschaftliche Florianifeiern über die Landesgrenzen hinweg.

Quellen: