Grates nunc omnes – Weihnachtssequenz

Der Sequenz „Grates nunc omnes“ wird auch als Weihnachtssequenz bezeichnet und ist ein alter lateinischen Hymnus zur Geburt Jesu.

Entstehung, Bedeutung und Aufbau

Unter der Sequenz „Grates nunc omnes“ (deutsche Übersetzung: „Wir wollen nun alle danken“) wird ein lateinischer Messgesang verstanden, die früher zum früher zur offiziellen katholischen Liturgie gehörte. Die drei Worte sind die lateinischen Anfangsworte der Sequenz zur Mitternachtsmesse an Weihnachten. Ihren Ursprung hat die Sequenz bereits im 11. Jahrhundert und ist dort erstmals in einem Regensburger Tropar von 1030 belegt. Seit der Liturgiereform durch das Konzil von Trient ist sie nicht mehr Teil der offiziellen Liturgie.

Grates nunc omnes als Text

Latein:

Grates nunc omnes

Grates nunc omnes

Die komplette Sequenz „Grates nunc omnes“ auf Latein …

Grates nunc omnes
reddamus Domino Deo
qui sua nativitate
nos liberavit de diabolica potestate.
Huic oportet ut canamus cum angelis
semper sit gloria in excelsis.

Deutsch:

Die deutsche Übersetzung der Sequenz nach Michael Vehe …

Dank sagen wir alle mit Schalle
dem Herrn unserm Gott
der durch sein Geburt uns erlöset hat
von der teuflischen Macht und Gewalt.
Dem sollen wir mit seinen Engeln fröhlich singen
allzeit Preis in der Höhe.

Brauchtum und Tradition in der Liturgie

Grates nunc omnes war bis zum Konzil von Trient die Sequenz zur Mitternachtsmesse an Weihnachten. Zudem fand die Weihnachtssequenz auch zur Kommunion und als Prozessionsgesang Verwendung. Im 14. Jahrhundert kam der Brauch auf, sie responsorisch mit einer deutschen Strophe (auch „Leise“ genannt) zu verknüpfen. Eine solche Leise „Lovet sistu Ihesu Crist“ lässt such erstmals in einer mittelniederdeutschen Handschrift vom 1380 aus dem Zisterzienserinnen-Kloster Medingen belegen, woraus Martin Luther später sein bekanntes Weihnachtslied „Gelobet seist du, Jesu Christ“ schuf. Im Gotteslob findet sich diese Fassung Luther unter der Nummer 252 (altes GL: 130).

Hörbeispiel zur Weihnachtssequenz

Der Hymnus „Grates nunc omnes“ in der deutschen Fassung nach Martin Luther zum Anhören:

Gute Anregungen für Weihnachtsgeschenke bietet übrigens der folgende Beitrag: Christliche Geschenkideen für Weihnachten.

Quellen:

Die Novene – Herkunft, Bedeutung & Entwicklung

Bedeutung und Verbreitung:

Novene zur Gottesmutter MariaDer Begriff „Novene“ (auch „Neuntagegebet“) leitet sich vom lateinischen Wort „novem“, was „neun“ heißt. Es ist eine in der katholischen Kirche übliche Gebetsform. Bei einer Novene werden an neun aufeinanderfolgenden Tagen bestimmte Gebete verrichtet, welche aus einem gleichbleibenden sowie einem täglich wechselnden Teil bestehen. Dabei sollen von Gott besondere Gnadengaben, zumeist in bestimmten Anliegen erfleht werden. Zumeist ist die Novene der Form des Dank-, Bitt- oder Sühnegebetes zuzurechnen. Sie erinnert zudem an das Bibelwort: „Betet ohne Unterlaß!“ (Thess 5,17).

Oft werden Novenen zur Vorbereitung auf ein wichtiges Hochfest wie bspw. Ostern, Weihnachten oder Pfingsten gebetet. Verbreitet sind sie ebenfalls als Gebetsform vor einer wichtigen Entscheidung oder vor bedeutenden Lebensereignissen (z. B. Weihe, Profess, Jungfrauenweihe oder Eheschließung). Zudem wird beim Tod von Klerikern oder Personen des geweihten Lebens oftmals eine Trauernovene gehalten.

Herkunft und Entwicklung der Novene:

Ihren Ursprung hat sie vermutlich in der Pfingstnovene, einem neuntägigen Gebet um den Heiligen Geist, wie es die Apostel und die Jünger Jesu mit Maria nach der Himmelfahrt Jesu praktizierten. Diese Pfingstnovene geht auf den Pfingstbericht in der Apostelgeschichte (2,1–14 ) zurück, als die ersten Christen nach der Himmelfahrt Christi neun Tage lang zurückgezogen im Gebet lebten, bis am Pfingsttag vom Heiligen Geist erfüllt wurden. So gehört die Pfingstnovene zum festen Brauchtum der Kirche. Daneben gibt es eine Vielzahl an anderen Novenen wie bspw. zur Jungfrau Maria und zu bestimmten Heiligen.

Diese eigentlich römisch-katholische Gebetsform wird heutzutage auch in der orthodoxen, anglikanischen und einigen lutherischen Kirchen gepflegt.

Von seiten der Kirche gibt es keinerlei Vorschriften für bestimmte Gebete oder zu erwähnende Heilige, die eine Novene enthalten muss. Jeder Beter kann selbst frei die Form, Länge und die Heiligen seiner Wahl bestimmen. Wichtig ist nur die äußerliche selbstaufgelegte Gebetsverpflichtung für neun Tage und die gute Verrichtung der Gebete (also in Ruhe und auf Gott hin ausgerichtet).

Eine ganze Reihe von unterschiedlichen Novenen finden Sie übrigens unter www.novenen.de.

Quelle:

  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 174ff.

Die Tradition des Buß- und Bettag …

Der Buß- und Bettag ist ein Feiertag der evangelischen Kirche in Deutschland, der ursprünglich auf Zeiten der Not zurückgeht und alljährlich Mitte November begangen wird.

Ursprung und Entwicklung des Buß- und Bettages …

Buß- und Bettag - Asche

Asche – Zeichen der Buße

In allen Konfessionen gehören Buße und Sühne zum gelebten Alltag, allerdings in verschiedenen Ausprägungen. Zudem sind gemeinsame Bußzeiten schon in der Antike bezeugt. So gab es bspw. in Rom die „feriae piaculares“, welche Not und Kriegsgefahr abwenden sollten.

Im Mittelalter hielt man dann in besonderen Notfällen oder bei drohenden Katastrophen so genannte Sühnetage ab, was auch mehrmals im Jahr der Fall sein konnte. Die protestantischen Kirchen nahmen diese Tradition als Tage der Besinnung und Neuorientierung im Leben auf. Diese dienten als Ersatz für die Bußzeit von Aschermittwoch bis Ostern, die sie ablehnten. Im Mittelalter waren zwei Arten von Bußtagen bekannt:

  • Bußtage, die bei Bedarf von der Obrigkeit angeordnet wurden
  • Quatembertage, die sich aus der kirchlichen Ordnung ergaben

Beide Arten hat die evangelische Kirche aufgenommen und weitergeführt. Bereits 1532 wurden in Straßburg spezielle Bußgottesdienste auf kaiserliche Anordnung abgehalten, um der damals drohenden „Türkengefahr“ Einhalt zu gebieten.

Buße und Sühne gehören in allen Konfessionen zum gelebten Alltag, allerdings in unterschiedlichen Ausprägungen. In besonderen Notfällen oder bei drohenden Katastrophen hielt man schon im Mittelalter so genannte Sühnetage ab. Dies konnte auch mehrmals im Jahr der Fall sein. Die protestantischen Kirchen übernahmen diese Tradition als Tage der Besinnung und Neuorientierung im Leben. Sie dienten als Ersatz für die abgelehnte Bußzeit von Aschermittwoch bis Ostern. Bereits 1532 wurden in Straßburg spezielle Bußgottesdienste abgehalten.

In etlichen Ordnungen der evangelischen Kirche wurde der Buß- und Bettag auch zu aktuellen Anlässen vorgeschrieben und erfuhr zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) eine besondere Ausbreitung. Die verschiedenen Regionen Deutschlands hatten allerdings ganz verschiedene Termine für Buß- und Bettage. Im Jahr 1878 zählte man in 28 deutschen Ländern insgesamt 47 Bußtage an 24 unterschiedlichen Tagen zählen. Um dies zu vereinheitlichen, wurde 1852 und 1878 von der Eisenacher Konferenz evangelische Kirchenleitungen ein einheitlicher Buß– und Bettag am Mittwoch vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr vorgeschlagen. Dieser Vorschlag wurde am 12. März 1893 in Preußen zum Gesetz erhoben. Allerdings wurde der Buß- und Bettag erst durch das „Reichsgesetz über die Feiertage“ vom 27. Februar 1934 gesetzlicher Feiertag im gesamten Deutschland. Während der Dauer des Zweiten Weltkrieges wurde der Buß- und Bettag auf einen Sonntag gelegt und als separater Feiertag abgeschafft. Erst nach dem Ende des Krieges wurde er in Ost und West wieder eingeführt:

  • In der DDR war er ein arbeitsfreier Feiertag, bis er im Jahr 1966 im Zuge der Einführung der 5-Tage-Woche abgeschafft wurde.
  • In den westdeutschen Bundesländern (außer Bayern) wurde er zum gesetzlichen Gedenk- und Feiertag. Die Bayern zogen Im Jahr 1952 nach, erkannten den Tag zunächst nur in Regionen mit überwiegend evangelischer Bevölkerung gesetzlich an. Ab dem Jahr 1981 war der Buß- und Bettag dann auch in mehrheitlich katholisch bevölkerten Gegenden Bayerns ein arbeitsfreier Feiertag.

Nach der Wiedervereinigung wurde der Buß- und Bettag ebenfalls von allen neuen Bundesländern übernommen und war ab 1990 ein einheitlicher deutscher Feiertag. Allerdings beschloß man im Jahr 1994 den Buß- und Bettag als arbeitsfreien Tag mit Wirkung ab 1995 zu streichen, um auf diese Weise eine Mehrbelastung für die Arbeitgeber durch die Beiträge zur neu eingeführten Pflegeversicherung durch Mehrarbeit der Arbeitnehmer auszugleichen. Nur im Freistaat Sachsen wird der Feiertag bis heute beibehalten.

Bedeutung und Brauchtum am Buß- und Bettag …

Im Verlauf der Geschichte wurden Buß- und Bettage immer wieder aus aktuellem Anlass angesetzt. Dies geschah häufig aufgrund von Notständen und Gefahren, um auf diese Weise die ganze Bevölkerung zu Umkehr und Gebet aufzurufen. So berichtet bereits die Bibel von der Geschichte des Propheten Jona, der von Gott nach Ninive geschickt wird, um dieser Stadt ihren Untergang zu verkünden, worauf der König ein allgemeines Fasten ausrief und Gott die Stadt letztlich verschonte (siehe Jona 3,4–10).

Zum Buß- und Bettag finden in den meisten evangelischen Kirchen Gottesdienste statt, bei denen der eigenen Sünden und Fehler in besonderer Weise gedacht wird.

Quelle:

Der Volkstrauertag

Der Volkstrauertag ist ein staatlicher Gedenktag in Deutschland und gehört zu den so genannten „Stillen Tagen“. Er wird jedes Jahr seit 1952 zwei Sonntage vor dem ersten Adventssonntag begangen. An diesem Tag wird der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht.

Volkstrauertag – Entstehung & Brauchtum:

Entstanden ist der Volkstrauertag auf Anregung des 1919 gegründeten „Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge“ und wurde erstmals 1925 abgehalten. Zunächst wurde er auf den zweiten Sonntag der Fastenzeit gelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg legte man ihn auf den vorletzten Sonntag vor dem 1. Advent in den Trauermonat November. Mittlerweile gibt es in den meisten Ländern der Welt einen Volkstrauertag, der mit Feldmessen, Gedenkgottesdiensten, Kranzniederlegungen und Reden an Kriegerdenkmälern begangen wird.

Im deutschen Bundestag findet zum Volkstrauertag eine zentrale Gedenkstunde statt, bei dem der amtierende Bundespräsident in Anwesenheit des Bundeskanzlers, des Kabinetts und des Diplomatischen Korps eine Rede hält. Zudem wird hierbei die Nationalhymne gespielt und es ertönt das Lied „Der gute Kamerad“.

Weitere Informationen zu diesem Gedenktag finden Sie unter: www.volkstrauertag.de.

Quellen:

  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 229ff.