Herrnhuter Losungen – Ihre Entstehung und Brauchtum …

Die Herrnhuter Losungen sind eine Sammlung von kurzen Bibeltexten des Alten und des Neuen Testamentes. Sie werden als überkonfessionell angesehen, weil sie für alle Christen, egal welcher Konfession, verfasst werden.

Herkunft & Entwicklung der Losungen:

Herrnhuter Losungen - LosungsbuchAm Abend des 3. Mai 1728 regte Graf von Zinzendorf, der die Erlaubnis zur Errichtung von Herrnhut auf seinem Land gab und die Versammlung leitete, die Gemeindemitglieder an Gottes Wort stärker in den Alltag einzubinden. Ab diesem Tag gingen täglich mehrere Brüder und Schwestern von Haus zu Haus und teilen allen Bewohnern Herrnhuts die aktuelle Tageslosung mit. Auf diese Weise kamen sie miteinander ins Gespräch und ihr Glaube wurde erfahrbarer.

Im Jahr 1731 erschien dann bereits das erste „Losungsbuch”. Graf von Zinzendorf stellte in diesem Buch für jeden Tag ein Bibelwort und einen Gebetsvers zusammen und ordnete einem Bibelwort einen Vers zu. Wenn ein Vers allerdings das Losungswort war, gab er mehrere Bibelstellen an. Das erste Losungsbuch trug folgenden Titel: „Ein guter Muth; Als das Tägliche Wohl-Leben Der Creutz-Gemeine Christi zu Herrnshut, im Jahre 1731. Durch die Erinnerung ewiger Wahrheiten, Alle Morgen neu.” Seit diesem Jahr erscheint das Losungsbuch bis heute ohne Unterbrechung.
Heutzutage erscheinen die Losungen in unterschiedlichen Druckausgaben und auch auf elektronischen Medien. Dazu gibt es eine kostenlose Software zur Darstellung der Losungen auf Computern und mobilen Geräten wie Smartphone oder Tablet.

Die Losungen sind mittlerweile weltweit bekannt und verbreitet. Sie werden in über fünfzig Sprachen übersetzt übersetzt. Hierzu werden die Bibeltexte, sofern möglich, aus den Bibelausgaben in der jeweiligen Sprache ausgesucht (in Deutschland übrigens die Luther-Übersetzung). Der Dritte Text wird aus dem Liedgut und der Frömmigkeit des jeweiligen Kulturkreises gewählt. Außerdem gibt es in einigen Ausgaben zwei Liedverse (je einen zur Losung und zum Lehrtext).

Seit dem Jahr 2009 gibt es neben der normalen Ausgaben sowie der Großdruck-Ausgaben auch eine spezielle Ausgabe für junge Menschen, die zusätzlich Platz für Notizen bietet. Für diese Zielgruppe wurde hierfür eigens eine Internet-Seite ins Leben gerufen.

Daneben gibt es auch eine so genannte Ursprachen-Ausgabe, in der der alttestamentliche Vers auf Hebräisch und der neutestamentliche Vers auf Griechisch zu lesen ist. Als Übersetzungshilfe sind Vokabelerklärungen mit abgedruckt.

Brauchtum & Tradition des Herrnhuter Losungsbuch:

Die fast 300jährige Tradition der Losungen sieht vor, dass durch Auslosen für jeden Tag des Jahres ein alttestamentlicher Vers festgelegt wird. Dieser soll dem Leser als Leitwort oder guter Gedanke für den Tag dienen. Dazu wird außerdem durch einen Mitarbeiter der Herrnhuter Brüdergemeine aus dem Neuen Testament ein so genannter „Lehrtext“ gewählt, welcher normalerweise einen direkten oder aber thematischen Bezug zu dem gelosten alttestamentlichen Vers besitzt. Weiterhin wird durch die Mitarbeiter ein passendes Lied oder Gebet, der „Dritte Text“ ausgesucht. Zusätzlich finden sich im Losungsbuch eine Lesung, die sich auf das Kirchenjahr bezieht sowie eine fortlaufende Bibellese. Zu den Sonntagen und kirchlichen Fest- sowie Feiertagen sind noch der jährlich wiederkehrende Wochenspruch, der Wochenpsalm und der Predigttext angegeben.

Die Jahreslosung, also ein biblisches Wort für das ganze Jahr, wird zwar in den Losungen mit angegeben, entstammt aber nicht der Tradition der Brüdergemeine, sondern wird von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen im Voraus festgelegt.

Quelle:

Wo kommen die Weihnachtslieder her?

Ursprung der Weihnachtslieder:

Ihre Herkunft haben die Weihnachtslieder bereits im Mittelalter. Dort sang der Priester als Teil der Liturgie während der Mitternachtsmesse am Weihnachtsfest lateinische Lieder.

Entwicklung:

Liederbuch - Weihnachtslieder

Liederbuch mit Weihnachtsliedern

Als im Laufe der Jahre immer mehr aufkam, die Kirchenbesucher mit in das kirchliche Singen einzubeziehen und die Krippenspiele eine steigende Verbreitung erfuhren (diese verfügten über ein ausgeprägtes Liedgut), hielten die Weihnachtslieder auch Einzug in familiären Bräuche. Besonders in der Reformationszeit wurden volkssprachliche Kirchen- und Weihnachtslieder sehr populär. Mit der Zeit wurde das Musizieren dann zum Bestandteil der standesgemäßen Erziehung im Bürgertum und auf diese Weise entwickelte sich das bürgerliche Liedgut des 19. Jahrhunderts, dem viele unserer heutigen Lieder zum Weihnachtsfest entstammen.

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Quelle:

Der Herrnhuter Stern – Ein schöner Brauch…

Entstehung und Bedeutung:

Herrnhuter Stern

Herrnhuter Stern

Dieser berühmte Stern hat seine Bezeichnung von der Herrnhuter Brüdergemeine, die ihren Stammsitz in Herrnhut in der Oberlausitz hat, einem von den Nachfahren der Evangelischen Brüderunität Mähren am 17. Juni 1722 gegründeten Ort. Hier entstanden die ersten Herrnhuter Sterne.

Vom 4. bis 6. Januar des Jahres 1821 feierte man dort in der Unitäts-Knabenanstalt in Niesky ein Fest zum fünfzigsten Jahrestag der Anstalt, als erstmals im Hof ein beleuchteter Stern mit 110 Zacken (nach einem einfachen geometrischen Entwurf gefertigt) aufgehangen war. In den daruaffolgenden Jahren wurde der Stern dann auch in den Internaten der Herrnhuter Unität in Niesky, Neuwied, Königsfeld im Schwarzwald und Kleinwelka gebastelt und zum ersten Advent aufgehängt.

Verbreitung des Herrnhuter Stern:

Die kommerzielle Herstellung der Herrnhuter Sterne begann ab ca 1900 in kleinem Rahmen kommerziell. Jedoch fanden sie ihre eigentliche Verbreitung erst nach 1968 mit den in Herrnhut hergestellter Bausätzen. Diese bestehten stets aus 25 einzelnen Zacken bestehen, welche der Käufer dann selbst zusammenbauen muss.
Dieser Adventsschmuck ist nicht überladen und bunt, sondern strahlt eine schlichte Schönheit aus.

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Quelle:

Die 12 heiligen Nächte …

Ursprung und Bedeutung:

Weihnachtslicht - 12 heiligen Nächte

Kleines Weihnachtslicht, Quelle: www.oldskoolman.de

Nach alter Tradition werden die zwölf heiligen Nächte zwischen Weihnachten (25. Dezember) bis zum Dreikönigstag (6. Januar) als die »zwölf heiligen Nächte« (oder auch als Rauhnächte, Raunächte, Rauchnächte, Glöckelnächte, Innernächte bzw. Unternächte) bezeichnet. In diesen oft stürmischen Winternächten, so glaubte man in vorchristlicher Zeit, gingen böse Geister umher, die den Menschen schaden wollten. Aber durch Gottes Segen wurden aus den zwölf unheiligen Nächte im Laufe der Zeit schließlich zwölf heilige Nächte.

Brauchtum – 12 heiligen Nächte:

Die letzte dieser zwölf Nächte (vom 5. auf den 6. Januar), galt im Alpenraum als so genannter »Perchtenabend«. An diesem Tag fanden Maskenumzüge statt und die Felder wurden mit Weihwasser besprengt, um die Erde zum Leben zu erwecken, damit sie fruchtbar sei und Ertrag hervorbringe. Diesem Brauchtum setzte das Christentum im Mittelalter die Umzüge der Sternsinger entgegen.

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Quellen:

  • Abeln, Reinhard: Das christliche Hausbuch für die Advents- und Weihnachtszeit, Leipzig 2011, 95.
  • www.heiligenlexikon.de