Bildstock (Marterl)

Was ist ein Bildstock?

Bildstock - Marterl - Betsäule

Bildstock (Marterl), Quelle: Wikimedia

Unter einem Bildstock (auch als Marterl, Marter, Materle, Materla, Wegstock, Helgenstöckli, Betsäule oder Kreuz bezeichnet) wird ein ein religiöses Kleindenkmal verstanden. Besonders in den Alpenregionen und anderen katholischen Regionen sind Bildstöcke und Marterln eine verbreitete Form der Volksfrömmigkeit. Ähnlich wie die Wegkreuze sollen sie Anstoß zum Gebet unterwegs geben und sind zugleich Zeichen der Dankbarkeit für überstandene Gefahren oder Seuchen. Oftmals dienen sie auch als Erinnerung an besondere Unglücksfälle oder an bedeutende Personen. Ein solcher Bildstock besteht zumeist aus Holz, Stein oder Mauerwerk. Bildstöcke finden sich oft an alten Pilger- und Wallfahrtswegen, aber auch weit verstreut in der freien Landschaft. Häufig werden bei ihnen Blumen niedergelegt oder Kerzen abgebrannt.

 

Ursprung und Entwicklung von Bildstöcken:

Schon Papst Leo III. (795 – 816) empfahl im Jahr 797 das Errichten von Steinkreuzen, Bildsäulen und Sühnesteinen. Ab dem 13. Jahrhundert werden Bildsäulen erwähnt, welche im süddeutschen Raum als „Marterl“ bezeichnet wurden.

 

Verschiedene Arten:

Es wird zwischen verschiedenen Arten von Bildstöcken unterschieden:

  • Tabernakelpfeiler (seit dem 14. Jahrhundert): besteht aus einem Sockel, auf dem ein fast immer viereckiger, oftmals abgefaster Schaft sitzt.
  • Alpenländischer Tabernakelpfeiler: in Tirol und Kärnten hat sich ein spezieller Typ entwickelt. Es handelt sich hierbei um einen etwas massig, gedrungenen Tabernakelpfeiler, der mit einem sehr hohen und großen Spitzdach aus Stroh, Ziegeln oder Schindeln versehen ist.
  • Gemauerter Breitpfeiler: Diese Art entstand in der Renaissance. Auf der Vorderseite des Breitenpfeilers ist die Aufnahme von Heiligenfiguren oder Bildern vorgesehen. Oft haben die breiteren Pfeiler die Form einer kleinen Kapelle.
  • Figuraler Bildstock: Er hat seinen Ursprung in der Zeit des Barock. Sowohl Sockel als auch Schaft wurden vom Tabernakelbildstock übernommen, wobei allerdings das Tabernakel durch Freiplastiken von Heiligen ersetzt wurde. Als Sonderformen dieses Typus gelten die barocken Pest- und Mariensäulen. Häufig fanden Figuren wie Christus, Maria, die heilige Dreifaltigkeit, der heilige Nepomuk oder diverse Schutzpatrone Verwendung.

Quelle:

  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 254f.

Lauda Sion – Eucharistischer Hymnus

Der Hymnus „Lauda Sion“ (eigentlich „Lauda Sion Salvatorem“) ist eucharistischer Hymnus des heiligen Thomas von Aquin, der jedes Jahr zu Fronleichnam sowie am Gründonnerstag in der katholischen Liturgie gesungen wird.

Entstehung und Bedeutung

Thomas von Aquin - Lauda Sion

Thomas von Aquin

Der Hymnus „Lauda Sion“, der eigentlich „Lauda Sion Salvatorem“ heißt, ist einer der fünf Hymnen, die der heilige Thomas von Aquin (1225–1274) zur Einführung des Hochfestes Fronleichnam im Jahr 1264 komponiert hat. Im Text findet sich inhaltlich die auf dem Vierten Laterankonzil festgeschriebene Lehre der römisch-katholischen Kirche zur Realpräsenz sowie zur Eucharistie wieder. Der Name des eucharistischen Hymnus „Lauda Sion“ (lateinisch für „Lobe, Zion, den Erlöser“) bezieht sich auf dessen Anfangsworte. Der Hymnus gehört zu jenen fünf Sequenzen, die seit dem Konzil von Trient (1545–1563) noch in der katholischen Liturgie verwendet werden.

Lauda Sion als Text

Latein:

Der komplette Hymnus „Lauda Sion“ auf Latein …

  1. Lauda Sion Salvatorem, Lauda ducem et pastorem In hymnis et canticis. Quantum potes, tantum aude, Quia maior omni laude, Nec laudare sufficis.
  2. Laudis thema specialis Panis vivus et vitalis Hodie proponitur. Quem in sacrae mensa coenae Turbae fratrum duodenae Datum non ambigitur.
  3. Sit laus plena, sit sonora; Sit iucunda, sit decora Mentis iubilatio, Dies enim solemnis agitur In qua mensae prima recolitur Huius institutio.
  4. In hac mensa novi Regis Novum Pascha novae legis Phase vetus terminat. Vetustatem novitas, Umbram fugat veritas, Noctem lux eliminat.
  5. Quod in coena Christus gessit, Faciendum hoc expressit In sui memoriam: Docti sacris institutis Panem, vinum in salutis Consecramus hostiam.
  6. Dogma datur Christianis, Quod in carnem transit panis Et vinum in sanguinem. Quod non capis, quod non vides, Animosa firmat fides Praeter rerum ordinem.
  7. Sub diversis speciebus, Signis tantum et non rebus, Latent res eximiae: Caro cibus, sanguis potus, Manet tamen Christus totus Sub utraque specie.
  8. A sumente non concisus, Non confractus, non divisus Integer accipitur. Sumit unus, sumunt mille, Quantum isti, tantum ille, Nec sumptus consumitur.
  9. Sumunt boni, sumunt mali, Sorte tamen inaequali, Vitae vel interitus. Mors est malis, vita bonis, Vide paris sumptionis Quam sit dispar exitus.
  10. Fracto demum sacramento, Ne vacilles, sed memento Tantum esse sub fragmento, Quantum toto tegitur. Nulla rei fit scissura, Signi tantum fit fractura, Qua nec status nec statura Signati minuitur.
  11. Ecce panis Angelorum, Factus cibus viatorum, Vere panis filiorum, Non mittendus canibus! In figuris praesignatur, Cum Isaac immolatur, Agnus Paschae deputatur, Datur manna patribus.
  12. Bone pastor, panis vere, Jesu, nostri miserere, Tu nos pasce, nos tuere, Tu nos bona fac videre In terra viventium. Tu qui cuncta scis et vales, Qui nos pascis hic mortales, Tuos ibi commensales, Cohaeredes et sodales Fac sanctorum civium. Amen.

Deutsch:

Die deutsche Übersetzung des Hymnus …

  1. Lobe, Zion, den Erlöser, lobe den Füher und Hirten in Hymnen und Gesängen. Wieviel du kannst, soviel wage, denn er ist größer als alles Lob, und nicht genug kannst du ihn loben.
  2. Ein besonderes Thema des Lobes, das lebendige und lebenschaffende Brot wird heute vorgestellt, das am Tisch des heiligen Mahles der Zwölfschar der Brüder unzweifelhaft gegeben wurde.
  3. Das Lob sei volltönend, es sei klangvoll; angenehm sei und schön der Jubel des Herzens. Der festliche Tag nämlich wird begangen, an dem die erste Stiftung dieses Tisches verehrt wird.
  4. An diesem Tisch des neuen Königs beendet das neue Pascha des neuen Gesetzes den alten Zeitabschnitt. Neuheit vertreibt das Alte, Wahrheit den Schatten, Licht sperrt die Nacht aus.
  5. Was Christus beim Mahl tat, das zu tun trug er auf zu seinem Gedächtnis. Belehrt durch die heiligen Stiftungsworte weihen wir Brot und Wein zur Opferspeise der Erlösung.
  6. Das Dogma ist den Christen gegeben, dass das Brot in Fleisch übergeht und der Wein in Blut. Was du nicht begreifst, was du nicht siehst, bestätigt der beherzte Glaube jenseits der gewöhnlichen Ordnung der Dinge.
  7. Unter verschiedenen Gestalten – nur den Zeichen, nicht den Wirklichkeiten – sind außerordentliche Dinge verborgen: Die Speise ist Fleisch, der Trank ist Blut, doch Christus bleibt ganz unter beiden Gestalten.
  8. Vom Nehmenden nicht zerkaut, nicht zerbröckelt, nicht zerteilt, wird er als Ganzer empfangen. Einer nimmt, tausend nehmen – wieviel jene, soviel er: gegessen, wird er doch nicht verbraucht.
  9. Gute empfangen, Böse empfangen, doch ungleich im Los des Lebens oder des Untergangs. Tod wird den Bösen, Leben den Guten: Sieh des gleichen Verzehrens wie verschiedenen Ausgang!
  10. Schließlich, ist das Sakrament gebrochen, schwanke nicht, sondern bedenke, dass ebensoviel unter dem Bruchstück wie im Ganzen enthalten ist. Keine Spaltung der Sache geschieht, nur die Brechung des Zeichens geschieht, wodurch weder Stellung noch Größe des Bezeichneten verringert wird.
  11. Seht, das Brot der Engel, es ist Speise der Wanderer geworden, in Wahrheit das Brot der Söhne, nicht den Hunden vorzuwerfen! In Vorausbildungen ist es angedeutet, mit Isaak wird es geopfert, für das Paschalamm wird es gehalten, als Manna wird es den Vätern gegeben.
  12. Guter Hirte, wahres Brot, Jesus, erbarme dich unser, weide du uns, schütze uns, lass du uns die Güter schauen im Land der Lebenden. Du, der du alles weißt und vermagst, der du uns Sterbliche hier weidest, mach uns dort zu deinen Tischgenossen, zu Miterben und Gefährten der heiligen Bürger. Amen.

Brauchtum und Tradition in der Liturgie

Die Sequenz „Lauda Sion“ wird in der Heiligen Messe zum Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi (Fronleichnam) vor dem Evangelium gesungen.

In der Zeit von Pietismus und Aufklärung fand der Hymnus sowie auch andere mittelalterliche Texte ebenfalls im Luthertum eine große Verbreitung und wurde als „Musica sub communione“ zur Austeilung des Abendmahls oder am Gründonnerstag vom Chor gesungen. Berühmte Vertonungen gibt es von Komponisten wie Orlando di Lasso, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Felix Mendelssohn Bartholdy oder Dietrich Buxtehude.

Hörbeispiel zum Hymnus

Der Hymnus „Lauda Sion“ zum Anhören:

Quellen:

Berühmte Wallfahrtsorte …

Im Verlauf der Geschichte des Christentums sind viele Wallfahrtsorte entstanden. Wir möchten an diesem Beitrag einige der berühmtesten aufzeigen.

Bekannte Wallfahrtsorte im Überblick:

  • Jerusalem (in Israel): Der bedeutenste Wallfahrtsort für die Christenheit ist sicherlich die Stadt Jerusalem, wo Jesus gekreuzigt wurde und sich auch sein Grab befindet. Darüberhinaus hat diese Stadt ebenfalls für Juden (als heilige Stadt) und Moslems (als Ort der Himmelfahrt Mohammeds) eine besondere Bedeutung.

    Lourdes - Wallfahrtsorte

    Marienstatue in der Lourdes-Grotte

  • Rom (in Italien): Als Zentrum des Katholizismus mit dem Sitz des Papstes stellt Rom (bzw. der Vatikan/Petersdom) den wichtigsten Wallfahrtsort für die Katholiken dar. Hier liegen der Legende nach zudem die Apostel Petrus und Paulus begraben.
  • Santiago de Compostella (in Spanien): Neben Rom und Jerusalem gilt Santiago de Compostella als einer bedeutendsten Wallfahrtsorte der Christenheit. Der Überlieferung nach befindet sich hier das Grab des Apostels Jakobus (dem Älteren). Santiago ist das Ziel des so genannten Jakobsweges (Camino).
  • Guadalupe (in Mexiko): Der Überlieferung nach erschien die Gottesmutter Maria im Jahr 1531 dem 57jährigen Indio Juan Diego auf dem Berg Tepeyac, worauf die Wallfahrtstradition einsetzte. Jährlich pilgern um die 20 Millionen Menschen nach Guadalupe, was ihn derzeit zum größten Wallfahrtsort der Welt macht.
  • Assisi (in Italien): In Assisi wurde der heilige Franziskus geboren und liegt auch dort begraben. Seit vielen Jahrhunderten bildet er das Ziel von zahlreichen Wallfahrten auf den Spuren dieses Heiligen.
  • Loreto (in Italien): Nach dem Petersdom in Rom gilt Loreto als zweitwichtigster Wallfahrtsort in Italien. Der Legende trugen hierhin Engel das »Heilige Haus«, in dem Maria, die Mutter Jesu, geboren wurde und gelebt hat.
  • Tschenstochau (in Polen): Dieser Wallfahrtsort ist das Nationalheiligtum Polens. Hier wird seit dem Jahr 1384 das Bildnis der berühmten Schwarze Madonna verehrt. Der Legende nach wurde dieses Bild vom Heiligen Lukas gemalt.
  • Lourdes (in Frankreich): Im Jahr 1858 soll Bernadette Soubirous nahe der Grotte Massabielle mehrfach die Gottesmutter Maria erschienen sein. Seitdem hat sich Lourdes zu einem der größten Pilgerziele in der katholischen Welt entwickelt.
  • Fatima (in Portugal): Ebenfalls ein solcher Marienwallfahrtsort ist auch Fatima. Hier erschien Maria ab dem 13. Mai 1917 drei Hirtenkindern Maria und es ereignete sich ein Sonnenwunder vor zehntausenden anwesenden Menschen. Mittlerweile zählt Fatima zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte der Katholischen Kirche.
  • Medjugorie (in Bosnien-Herzegowina): Ein erst in jüngster Zeit aufgekommener Wallfahrtsort ist Medjugorie, wo seit den 1980er Jahren mehrer Jugendliche von Marienerscheinungen berichteten. Mittlerweile zieht dieser Ort mehrere hundertausend Pilger järlich an.

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Die Vierzehn Nothelfer

Als vierzehn Nothelfer werden vierzehn Heilige bezeichnet, die im zweiten bis vierten Jahrhundert gelebt haben.

Wer waren die Vierzehn Nothelfer – Heiligenattribute

Vierzehn Nothelfer

Die Vierzehn Nothelfer, Quelle: Wikimedia

Die Gruppe der 14 Nothelfer besteht nach alter Überlieferung aus drei weiblichen und elf männlichen Heiligen, wobei alle bis auf den hl. Ägidius als Märtyrer den Tod fanden. Abweichend hiervon gibt es allerdings zahlreiche regionale Varianten, die in der Zusammensetzung der Heiligen unterschiedlich sind. Zu den Nothelfern gehört immer auch die Gottesmutter Maria in ihrer Eigenschaft als Königin der Märtyrer und Hilfe der Christenheit. Die Nothelfer werden in der katholischen Kirche als Schutzpatrone im Gebet angerufen. Dahingegen gelten sie in der evangelischen Kirche allgemein als Vorbilder im Glauben.

Übersicht:

  1. Achatius von Byzanz: Er war Anführer der zehntausend Märtyrer, die unter Kaiser Hadrian auf dem Berg Ararat wegen ihres Glaubens gekreuzigt wurden. -> Sein Gedenktag wird am 8. Mai gefeiert und er wird als Helfer bei Todesangst verehrt.
  2. Ägidius von St. Gilles: Er ist der einzige Nichtmärtyrer und gilt als Gründer des Benediktinerklosters St. Ägidius (frz. Saint Gilles) in der Provence. -> Sein Gedenktag wird am 1. September begangen und er wird als Helfer bei der Beichte und der stillenden Mütter verehrt.
  3. Barbara: Laut Legende wurde sie in einen Turm eingesperrt, misshandelt und schließlich enthauptet. -> Ihr Gedenktag wird am 4. Dezember gefeiert und sie wird als Patronin der Sterbenden, Helferin gegen Blitz- und Feuersgefahr, Schutzpatronin der Bergleute, Artilleristen und Feuerwerker, Gießer, Architekten, Geologen angerufen.
  4. Blasius: Er war Bischof von Sebaste (Armenien, heute Türkei) und erlitt das Martyrium um 316 durch Enthauptung. -> Sein Gedenkag wird am 3. Februar begangen und er wird als Helfer bei Halsleiden, Geschwüren, Pest, für eine gute Beichte, Beschützer des Viehs, und Patron zahlreicher Handwerksberufe verehrt.
  5. Christophorus: Der Überlieferung nach war der hl. Christopherus ein Fährmann, der das Christuskind über einen reißenden Fluß getragen haben soll. -> Sein Gedenktag ist der 15. Juli. Verehrung findet er als Christusträger, Helfer gegen unvorbereiteten Tod, Rettung aus jeglicher Gefahr, Schutzheiliger der Reisenden, gegen Epilepsie, Unwetter, Hungersnot, Gewitter und Hagelstürme, Pest, Zahnschmerzen, schlechte Träume angerufen. Schutzpatron der Bogenschützen, Autofahrer, Seefahrer, Flößer, LKW-, Bus- und Taxifahrer, Buchbinder, Bleicher, Pförtner sowie der Obst- und Gemüsehändler.
  6. Cyriacus: Diakon, † um 305 als Märtyrer während der Christenverfolgung in Rom. -> Sein Gedenktag ist der 8. August und er wird als Helfer in der Todesstunde gegen Anfechtungen angerufen.
  7. Dionysius von Paris: Er kam im 3. Jahrhundert von Rom als Missionar nach Gallien. Der römische Statthalter ordnete seine Enthauptung an. -> Sein Gedenktag ist der 9. Oktober und er gilt als Helfer bei Kopfschmerzen, Tollwut, Gewissensnöten und Seelenleiden.
  8. Erasmus von Antiochia: Er überlebte der Legende nach seine erste Marterung unter Kaiser Diokletian, verließ anschließend seine Diözese und wirkte in Kampanien, † um 305 in Formia (Kampanien). -> Der Gedenktag ist wird alljährlich am 2. Juni begangen. Erasmus gilt als Helfer bei Leibschmerzen, Krämpfen, Koliken, Unterleibsbeschwerden und bei Magenkrankheiten. Zudem wird er bei Geburten und bei Krankheiten der Haustiere angerufen.
  9. Eustachius: Er war Heermeister unter Kaiser Trajan (53–117) und wurde um die Jahre 120/ 130 unter Kaiser Hadrian aufgrund seines Glaubens hingerichtet. -> Ihm wird jedes Jahr am 20. September gedacht und er gilt als Helfer bei schwierigen Lebenslagen und bei Trauerfällen. Außerdem ist er der Schutzheilige der Jäger.
  10. Georg der Märtyrer: Laut Heiligenlegende war er ein römischer Offizier, der als christlicher Märtyrer im frühen 4. Jahrhundert enthauptet wurde. Ein Überlieferungszweig versteht ihn als Drachenkämpfer. -> Seinen Gedenktag begeht die Kirche am 23. April und er wird als Helfer bei Kriegsgefahren, Fieber, Pest und anderem, gegen Versuchung und für gutes Wetter, und insgesamt Beschützer der Haustiere verehrt.
  11. Katharina von Alexandria: Der Überlieferung nach fand sie das Martyrium unter Kaiser Maxentius im Anschluss an einen theologischen Disput. Da das Rad zerbrach, auf dem sie gerädert werden sollte, wurde sie mit dem Schwert enthauptet. -> Ihr Gedenktag ist der 25. November. Sie gilt als Beschützerin der Mädchen, Jungfrauen und Ehefrauen, auch Helferin bei Leiden der Zunge und Sprachschwierigkeiten, und Patronin der Gelehrten sowie auch zahlreicher Handwerksberufe.
  12. Margareta (auch Marina) von Antiochien: Um 305 unter Diokletian enthauptet; in der Kirchenmalerei oft mit einem Drachen als Symbol des Teufels, den sie überwunden hat, dargestellt. Ihr Gedenktag wird am 20. Juli gefeiert und sie wird als Patronin der Gebärenden und bei allen Wunden angerufen.
  13. Pantaleon: Er war Leibarzt von Kaiser Diokletian und wurde aufgrund seines Glaubens wegen von Kaiser Maximians den Löwen in der Arena zum Fraß vorgeworfen. -> Sein Gedenktag ist der 27. Juli und er wird als Patron der Ärzte und Hebammen verehrt.
  14. Vitus (Veit): Um 305 n. Chr. 1355 wurde sein Haupt in den Veitsdom (Prag) überführt. -> Sein Gedenktag wird am 15. juni begangen und er gilt als Helfer bei Geisteskrankheiten.

Ursprung und Brauchtum der 14 Nothelfer …

14 NothelferDie Entstehung der vierzehn Nothelfer, wie sie heute allgemein verehrt werden, hat ihre Herkunft im Spätmittelalter und dort in den Diözesen Regensburg, Bamberg und Würzburg sowie in Nürnberg auszumachen. Frühe Gebete aus Regensburger Klöstern und dem Raum Regensburg sowie Bildzeugnisse aus Klosterkirchen bestätigen die Anfänge der dieser Heiligengruppe. Ebenfalls weisen die Darstellungen der Heiligen Oswald und Leonhard auf den Fenstern im Dom zu Regensburg von 1360 sind ein Hinweis auf die frühe Verehrung der 14 Nothelfer in noch nicht festgelegter Reihenfolge. Die Vererhung der Vierzehn Nothelfer verbreitete sich vom griechisch-byzantinischen Raum über Südosteuropa im ganzen deutschen Sprachraum und darüber hinaus in Schweden, Ungarn und Italien. Im Spätmittelalter waren ca 800 Kirchen den vierzehn Nothelfern geweiht. Um das Jahr 1400 erschienen die Nothelfer dann in der geschlossenen Reihung, wie wir sie heute kennen.

Verantwortlich für die breite Verehrung im Volk soll der eine Vision Klosterschäfers Hermann Leicht von der Zisterzienserabtei Langheim (Oberfranken) gewesen sein. Der Legende nach erschienen diesem um 1445/1446 vierzehn Gestalten die sich als „vierzehn Nothelfer“ zu erkennen gaben sowie den Bau einer Kapelle am Ort der Erscheinung forderten. Eine solche wurde in den Jahren darauf vom Kloster errichtet und zog viele Pilger an.

Quelle: