Die Reliquienverehrung …

Was ist eine Reliquie?

Reliquienverehrung - Reliquie

Reliquienschrein in Form einer Basilika (Köln), Quelle: Wikimedia

Der Begriff „Reliquie“ kommt aus dem Lateinischen und heißt übersetzt „Überbleibsel“. Er bezeichnet einen Gegenstand der religiösen Verehrung, zumeist ein Körperteil oder Teil des persönlichen Besitzes eines Heiligen. Als Sonderform gibt es so genannte Berührungsreliquien, also Gegenstände wie bspw. Kleidungsstoffe, mit denen der Heilige in Berührung kam oder gekommen sein soll. Solche Gegenstände werdern verehrt, weil die Gläubigen auf diese Weise das ehrende Gedenken des jeweiligen Heiligen bewahren und zudem erhoffen von dessen Wirkkräften Anteil und Segen zu bekommen. Dabei dürfen Reliquien nicht als magische Gegenstände missverstanden werden, deren bloßer Besitz das Heil garantiere oder bestimmte Wirkungen hervorrufen. Denn im Verständnis der katholischen Kirche sowie auch dem der orthodoxen Kirchen ist es die Fürbitte der Heiligen bei Gott, welcher eine bestimmte Hilfe zugeschrieben wird, nicht aber die irgendeines Gegenstands.

Entwicklung der Reliquienverehrung:

Schon recht früh entwickelte sich im Christentum der Brauch den Gedenktag von Heiligen und Märtyrern zu feiern. In diesem Zuge kam auch die Verehrung von Reliquien auf. Als erste im Christentum bekannte Verehrung von Reliquien sind diejenigen des Polykarp von Smyrna überliefert. Man begann im Laufe der Zeit, die Gräber von Märtyrern zu öffnen, deren Reliquien zu erheben und sie unter dem Altar einer Kirche zu beizusetzen (in der Westkirche tat dies als erster Ambrosius von Mailand). Im 9. / 10. Jahrhundert setzte sich dann auch zunehmend der Brauch durch, dass nicht nur der ganze Leichnam, sondern auch seine einzelnen Teile als Reliquien verehrt wurden. Besonders im Verlauf des darauffolgenden Mittelalters nahm die Reliquienverehrung eine echte Breitenwirkung mit unterschiedlichsten Ausfaltungen an: Der Handel mit Reliquien blühte, es enstanden Reliquiare, Reliquienschreine und vielerorts gehörten Reliquienprozessionen (Reliquien von Heiligen werden über einen meist traditionell festgelegten Prozessionsweg getragen) zum Brauchtum. Zudem wurden mit dem Besuch von bestimmten Reliquien auch Ablässe von zeitlichen Sündenstrafen gewährt.
Ein falsches Verständnis von Reliquien, bei dem diesen magische Kräfte zugeschrieben wurden, hat das Konzil von Trient dann klare Glaubensorientierungen entgegengesetzt. Ebenfalls hat der Kodex des Kanonischen Rechts (CIC 1983), der im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils entstanden ist, nochmals klare Regeln für Reliquien definiert:

  • Canon 1190

§1: „Es ist verboten, heilige Reliquien zu verkaufen.“

§2: „Bedeutende Reliquien und ebenso andere, die beim Volk große Verehrung erfahren, können ohne Erlaubnis des Apostolischen Stuhls auf keine Weise gültig veräußert oder für immer an einen anderen Ort übertragen werden.“

  • Canon 1237

§2 „Die alte Tradition, unter einem feststehenden Altar Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen beizusetzen, ist nach den überlieferten Normen der liturgischen Bücher beizubehalten.“

Auch heute noch ist es üblich in der Liturgie am Gedenktag eines Heiligen oder zum Patrozinium einer Kirche des Heiligen oder des Festgeheimnisses besonders zu gedenken. Dabei werden an einigen Orten den Gläubigen Reliquare mit Reliquien zur Verehrung zugänglich gemacht. Zudem ist es  oftmals Brauch, dass der Priester mit dem Reliquiar einen besonderen Segen zu erteilen.

Bedeutende Reliquien:

  • Splitter vom Kreuz Christi
  • Grabtuch von Turin
  • Heilige Rock (Trier)
  • Eibinger Reliquienschatz (Reliquiensammlung)
  • Reliquiensammlung von Vodnjan
  • Heilige Lanze (Speer des Longinus)

 

Quellen:

Die Religiöse Kinderwoche (RKW) – Herkunft und Bedeutung …

Bedeutung der „Religiösen Kinderwoche“ …

Als „Religiöse Kinderwoche“ (RKW) wird eine Veranstaltung katholischer Kirchgemeinden für Kinder und Jugendliche verstanden. Diese wird zur thematischen Auseinandersetzung mit folgenden religiösen Inhalten abgehalten:

  • dem Erleben der christlichen Gemeinschaft
  • dem gemeinsamen Beten, Essen, Spielen
  • Erlernen religiöser Inhalte in der Katechese

Herkunft und Entwicklung der RKW …

Poverello - Liederbuch zur Religiösen Kinderwoche (RKW)Ihren Ursprung haben die religiösen Kinderwochen in der Anfangszeit der DDR, wo sie von katholischen Kirchengemeinden als bewusster Kontrapunkt zu den Ferienspielen (Winter- und Sommerferien) der staatlichen Schulen gesetzt wurden, um auf diese Weise die Erziehung der Kinder nicht allein nach dem sozialistischen Vorstellungen zu gründen. Unter der Anleitung von Erwachsenen (zumeist Pfarrer und Eltern) fanden diese Treffen eine Woche lang in den Gemeinderäumen statt.

Die religiösen Kinderwochen erfreuen sich in heutiger Zeit aufgrund ihrer Herkunft vor allem in Ostdeutschland einer großen Beliebtheit. Aber auch in den westdeutschen Kirchengemeinden finden sie mittlerweile Verbreitung. Allgemein ist eine religiöse Kinderwoche häufig mit einer Fahrt verbunden. Dazu beschäftigen sich jedes Jahr Erwachsene zu neuen Themen des christlichen Glaubens mit den Kindern der Gemeinde. Eine Diözese übernimmt dabei jährlich die inhaltliche Vorbereitung der RKW. Dazu wird dann beim Leipziger St.-Benno-Verlag ein entsprechendes Materialpaket verlegt. Neuerdings gibt es übrigens auch erste Versuche, ökumenische religiöse Kinderwochen zu veranstalten.

Eine Vielzahl geeigneter Materialien zur Gestaltung der Religiösen Kinderwoche finden Sie übrigens im Vivat!-Onlineshop.

Weitere Informationen finden Sie zudem unter: www.religioesekinderwoche.de

Das Ritual der Kräutersegnung (Kräuterweihe)

Alljährlich am Fest Mariä Himmelfahrt (15. August) findet in der katholischen Kirche seit Jahrhunderten das Ritual der Kräutersegnung (auch Kräuterweihe, Würzweihe oder Kräuterbuschtag) statt. Hierbei werden unterschiedliche Kräuter zu Sträußen gebunden und dann zur Segnung bzw. Weihe gebracht.

Herkunft und Bedeutung:

Schon seit frühester Zeit sind Kräuter und ihre heilende Wirkung  für die Menschen aller Kulturen lebenswichtig. Außerdem wurden sie häufig als Geschenke des Himmels oder der Gottheit angesehen. Der Brauch der Kräutersegnung selbst geht auf eine alte Legende zurück, nach der die Jünger das Grab der Jungfrau Maria geöffnet hätten und dort statt ihrem Leichnam Blüten und Kräuter vorgefunden haben. Erstmal fand diese Tradition in der katholischen Kirche ab dem 9. Jahrhundert Erwähnung. Besonders stark ist dieses Ritual bei der Landbevölkerung verwurzelt. Da Maria seit Anbeginn des Christentums als heiles und unbeflecktes Geschöpf verehrt wird, ist es auch nicht verwunderlich, dass das Brauchtum der Kräutersegnung gerade mit ihr in Verbindung gebracht wird. Maria ist quasi ein Symbol für die heilwirkende Kraft Gott am Menschen.

Brauchtum der Kräutersegnung (Kräuterweihe):

Je nach Region unterschiedlich werden in die Kräuterbüschel sieben oder mehr Kräuter gebunden. Typische Kräuter, die hier Verwendung finden sind Alant, Echtes Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian, Eisenkraut, Odermennig, Alan, Klee sowie die verschiedenen Getreidesorten.
In einigen Regionen wurden in die Kräuterbuschen so viele Alantblüten eingebunden, wie es Menschen, Kühe und Pferde auf dem Hof gab. Besonders der Tee aus diesen geweihten Kräutern sollte eine große Heilwirkung haben. Oftmals wurde kranken Tieren geweihte Kräuter ins Futter gemischt. Als Schutz vor Blitzschlag beim Gewitter warfen die Menschen Kräuter aus dem gesegneten Buschen ins offene Feuer.

Die Kräuterbuschen sind der Anzahl der Kräuter (zumeist mit symbolischem Hintergrund) nach von Region zu Region verschieden:

  • sieben (Zahl der Wochen- bzw. Schöpfungstage, sieben Sakramente, sieben Schmerzen Mariens, sieben Gaben des hl. Geist),
  • neun (dreimal drei für die hl. Dreifaltigkeit),
  • Zwölf (Zahl der Apostel),
  • 14 (Zahl der Nothelfer),
  • 24 (zweimal zwölf: zwölf Stämme Israels aus dem alten oder zwölf Apostel Christi aus dem neuen Testament),
  • 72 (sechsmal zwölf, letztere ist die Zahl der Jünger Jesu),
  • 99

Das Ritual:

Das heutige Ritual der Kräutersegung sieht vor, dass am Hochfest Maria Himmelfahrt Kräuter zu einem Strauß gebunden und mit zur Kirche gebracht werden. Diese werden dort im Gottesdienst oder aber im Anschluss an diesen vom Priester gesegnet. Dabei spricht er folgende Worte:

Herr, unser Gott, du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben und sie in den Himmel aufgenommen. An ihrem Fest danken wir dir für alle Wunder deiner Schöpfung. Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude. Segne + diese Kräuter und Blumen. Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens. Schenke uns auf die Fürsprache Mariens dein Heil. Lass uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung, die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit.

Nach diesen Worten werden die Kräuter mit Weihwasser besprengt.
Die Kräutersegnung bzw. Kräuterweihe zählt in der katholischen Kirche zu den Sakramentalien. In etlichen Ortschaften Bayerns und Tirols beginnt damit auch die Zeit des Frauendreißigers (Zeit zwischen den Festen Mariä Himmelfahrt am 15. August und Mariä Namen am 12. September, die als besondere Gnadenzeit gilt).

Quellen:

  • Läpple, Alfred: Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums; Augsburg 1996, 174ff.
  • www.liturgie.cc

Gregorianische Gesänge – Göttliche Melodien…

Bedeutung:

Gregorianik - Gregorianische Gesänge Der „Gregorianische Choral“ bezeichnet den einstimmigen, ursprünglich unbegleiteten, liturgischen Gesang der katholischen Kirche in lateinischer Sprache. Dieser bildet nach alter Tradition einen wesentlichen Bestandteil der Liturgie und umfasst insbesondere das Proprium (wechselnde Teile) und Ordinarium (gleichbleibende Teile) der Heiligen Messe sowie das Stundengebet. Zusammengefasst findet man hierzu die entsprechenden Gesänge einerseits im Graduale/Choralbuch (für die Messe) und andererseits im Antiphonale (für das Stundengebet). Somit bildet der gregorianische Gesang einen wesentlicher Bestandteil der liturgischen Handlung.

Ursprung – Gregorianische Gesänge:

Gloria in excelsis deo - Gregorianische Gesänge

Buch & CD zur Gregorianik

Bereits in den ersten christlichen Jahrhunderten entstanden durch den Einfluß der jüdischen Liturgie erste einfache Melodien, deren Gesang allerdings vorerst nur Solisten vorbehalten war. Diese frühen Gesänge waren häufig syllabisch verfasst. Aber vereinzelt wurden auch schon Melismen verwendet. Gegen Ende des 4. Jahrdts. kamen dann in den Gemeinden einfache, kurze Antwortgesänge auf (Responsorium). Im Zuge der Entwicklung christlicher Mönchsorden wurde es schließlich üblich, dass sich die Sänger während der Gottesdienste regelmäßig in zwei Chöre aufteilten (wie es auch noch heute in der Tagzeitenliturgie großer Orden und Klöster üblich ist) und abwechselnd die Psalmen bzw. Antiphonen sangen.

Seine Bezeichnung hat der Gregorianische Choral Papst Gregor I. († 604), welcher als Gregor der Große in die Geschichte einging, zu verdanken. Dieser gründete in Rom die so genannte »Schola cantorum«, mit dem Ziel der Pflege sowie der Weiterentwicklung des liturgischen Gesangs. Die Schola cantorum sang zum Einzug des Klerus regelmäßig einen Introitus und zur Kommunion die Communio. Darüberhinaus wurden aber auch Choräle für das Stundengebet sowie Hymnen und Gesänge für das Ordinarium komponiert, deren genaue Verfasser aber nicht bekannt sind. Seit dieser Zeit hat sich im Laufe der Jahrhunderte ein umfangreiches Repertoire an Chorälen angesammelt.

In der Musikwissenschaft wird allerdings die Autorenschaft Papst Gregor des I. angezweifelt. Vielmehr existieren unterschiedliche Szenarien zur Entstehung des gregorianischen Chorals. Einig ist man sich nur dahingehend, dass die Form der gesungenen Liturgie, welche als „cantus“ (aus dem Lat. übersetzt: Gesang) bezeichnet wurde, ihren Ursprung in Rom hat. Dort ist sie wohl zwischen dem 4. und dem frühen 8. Jahrhundert nach und nach entstanden. Die Vorgeschichte der altrömischen und gregorianischen Melodien ist jedoch nahezu unbekannt.

Eine besondere Auswahl gregorianische Gesänge finden Sie im Vivat!-Onlineshop.