Das Nunc dimittis – Lobgesang des greisen Simeon

Das „Nunc dimittis“ bezeichnet den Lobgesang des greisen Simeon aus dem Lukasevangelium.

Entstehung und Bedeutung

Darstellung des Herrn im Tempel

Darstellung des Herrn im Tempel

Das Nunc Dimittis ist der biblische Lobgesang des greisen Simeon und zählt zu den drei Cantica des Lukasevangeliums (ebenso wie das Magnificat und das Benedictus). In diesem Gesang preist Simeon Gott mit diesen Worten, nachdem er das Jesuskind im Jerusalemer Tempel als den erwarteten Messias erkennt und sich die an ihn persönlich durch den Heiligen Geist ergangene Verheißung erfüllt hatte. Entsprechend dieser Verheißung sollte er nicht sterben bevor seine Augen das Heil, den Messias gesehen haben.
Auf Lateinisch beginnt dieser Lobgesang mit den Worten „Nunc dimittis servum tuum Domine …“ („Nun läßt du, Herr, deinen Knecht …“), weshalb er in der kirchlichen Tradition dann nach den ersten beiden Anfangsworten benannt wurde.

Das „Nunc dimittis“ als Text

Das komplette „Nunc dimittis“ in der deutschen Einheitsübersetzung:

Das Nunc dimittis (Stundenbuch des Herzogs von Berry)

Das Nunc dimittis (Stundenbuch des Herzogs von Berry)

Nun läßt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.

Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für sein Volk Israel.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Brauchtum und Tradition

Stundengebet

Als einer der wichtigen Texte im Christentum wird das Nunc dimittis im Stundengebet täglich gebetet. Im Nachtgebet der Kirche, der Komplet, wird es mit seiner friedvollen Dank- und Abschiedsstimmung als dessen Höhepunkt gesprochen oder gesungen.
Das Nunc dimittis wird in der Komplet wie die Psalmen und anderen Cantica nach altem Brauch mit einer Doxologie, dem Gloria Patri (Ehre sei dem Vater …) beschlossen. Außerdem wird das Nunc dimittis im Stehen gebetet und wie bei allen Cantica aus den Evangelien wird zudem während des ersten Satzes ein Kreuzzeichen gemacht. Zum Gloria Patri am Ende des Gebets verneigt man sich dabei. Im Stundengebet hat das Nunc dimittis auch eine Antiphon.
In der anglikanischen Kirche bildet es gemeinsam mit dem Magnificat einen Teil des so genannten Evensong. Das Nun dimittis wird in etlichen lutherischen Kirchen zudem als Dankgesang als Teil der Postcommunio in der Abendmahlsliturgie verwendet.

Kirchenmusik:

Besonders in der protestantischen Tradition hat das Nunc dimittis eine Vielzahl an Vertonungen erfahren: So schuf Martin Luther von diesem ausgehend seinen Choral „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“. Ebenso diente dieser Text häufig als Grundlage für Begräbniskompositionen der protestantischen Kirchenmusik.

Hörbeispiel des Canticum

Das „Nunc dimittis“ zum Anhören:

 

Quellen:

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Was hat es eigentlich mit der Grußformel „Grüß Gott“ auf sich?

Die alte traditionelle Grußformel „Grüß Gott“ ist als Begrüßung besonders in den katholisch geprägten Regionen Deutschlands, Österreichs und Südtirols verbreitet. Was bedeutet dieser Gruß aber genau und wie ist er entstanden? Diesen Fragen soll in diesem Beitrag nachgegangen werden.

Bedeutung von „Grüß Gott“ …

Schlüsselanhänger mit Grußformel Grüß GottDie Grußformel „Grüß Gott“ ist eine Begrüßung (in seltenen Fällen auch ein Abschiedsgruß), die vor allem in den katholisch geprägten Regionen des deutschen Sprachraums verbreitet ist, aber teilweise auch im evangelischen Württemberg und Franken. Der Gruß ist mit einigen Variationen die häufigste Grußform in weiten Teilen Süddeutschlands (Bayern, Baden-Württemberg), Österreichs und Südtirols. Eng verwandt mit diesem Gruß ist auch das reformiert-schweizerische „Grüezi“ bzw. „Grüess-ech“.

Die Grußform „Grüß Gott“ ist eine Kurzform von „Grüß[e] dich Gott“ und gibt es auch in den unterschiedlichen Dialektvarianten wie „Griaß di (God)“ (Grüße dich (Gott)) oder „Griaß eich“ bzw. „Griaß enk (God)“ (Grüße euch (Gott)). Dabei handelt es sich bei dieser Begrüßung nicht um einen Imperativ, sondern einen Wunsch, der die Form eines Konjunktiv Präsens (Optativ) hat. Ähnlich gehaltene Grußformen sind zum Beispiel „Behüte dich Gott“ (beim Abschied gesagt), „Helfe dir Gott“ (nach dem Niesen gesagt) oder „Vergelt’s Gott“ (danke).

Herkunft und Entwicklung der Grußformel …

Der bekannte bayrische Sprachforscher Ludwig Zehetner vermutet, dass es sich bei der Grußform „Grüß Gott“ um eine Lehnübersetzung aus dem Irischen handelt, weil es auch in Irland Begrüßungen mit der gleichen Wortstellung gäbe. Da der süddeutsche Sprachraum früher Missionsgebiet der irischen Mönche war, liegt es nahe, dass es sich hierbei um einen irischen Einfluß handelt. Zudem ist die Formel „Grüß Gott“ auch nur in Irland und im süddeutschen Raum in der Begrüßung enthalten.

Die Aktion „Grüß Gott.“ …

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Das Skapulierfest – Herkunft und Brauchtum

Bedeutung des Skapulierfestes:

Als „Skapulier-Fest“ wird der Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel am 16. Juli bezeichnet. Der Begriff Skapulierfest leitet sich vom Bestandteil des Ordenshabits Skapulier (auch Scapulier) ab. Erwähnt wird das Skapulier unter diesem Namen bereits in der Regel des hl. Benedikt und bezeichnet dort ein Kleidungsstück, welches die Mönche bei ihrer Handarbeit über der Ordenskleidung zu tragen haben. Allerdings ist keine genaue Form überliefert. Vermutlich bedeckte es die Schultern, wobei das eine Ende nach vorn und das andere nach hinten hing.

Herkunft und Entwicklung des Festes:

Skapulierfest - Skapulier

Skapulier des hl. Dominikus

Erstmals ist das Fest im Jahr 1386 in Klöstern des englischen Karmelitenordens als Eigenfest am 17. Juli bezeugt. Da die Gottesmutter Maria nicht nur Vorbild, sondern auch Schutzpatronin der Karmeliten war, kam schon recht früh das Bedürfnis auf, ihr zu Ehren ein eigenes Fest zu feiern. Dieses Fest wird schon seit dem 15. Jahrhundert als Gedenktag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel alljährlich am 16. Juli gefeiert und ist somit ein Marienfest. Im Jahr 1595 wurde es von der vatikanischen Ritenkongregation offiziell auch außerhalb des Ordens ermöglicht. Schließlich wurde es von Papst Benedikt XIII. im Jahr 1726 für die ganze katholische Kirche eingeführt.

Legende vom Ursprung des Skapulier:

Der Legende nach erschien dem heiligen Simon Stock, Generaloberer der Karmeliten, zu Beginn des des 13. Jahrhunderts die Jungfrau Maria in einer Vision mit einem Skapulier in der Hand und versprach, dass jeder, der ein solches trägt, unter ihrem besonderen Schutz stehe. Im Laufe der Zeit baten auch Angehörige anderer Orden, ein solches Skapulier zum Zeichen der besonderen Ergebenheit der Gottesmutter Maria gegenüber tragen zu dürfen. Etliche Päpste haben das tragen des Skapuliers in den kommenden Jahrhunderten mit Ablässen begnadigt. Hieraus entstand auch die sogenannte Skapulierbruderschaft.

Quelle:

 

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Was sind eigentlich Devotionalien?

Geschichte und Bedeutung von Devotionalien

Heiliger Franziskus - Statue - Devotionalien

Franz von Assisi als Statue

Unter dem Wort »Devotionalien« werden Gegenstände verstanden, die der religiösen Verehrung dienen. Es hat seine Wurzel im Lateinischen »Devot« und lässt sich ins Deutsche übersetzen mit »Hingabe«, »Unterwürfigkeit« oder »Frömmigkeit«. Zu den Devotionalien rechnet man unter anderem alle jene Gegenstände, die der privaten Andacht dienen wie z. B. Rosenkränze, Kreuze, Heiligenfiguren, Ikonen oder Engel-Darstellungen. Diese helfen dem Gläubigen bei der Verehrung Gottes. Bereits in der Antike kannte man solche Gegenstände, die der Verehrung der Götter dienten. Oft handelte es sich um kleine Figürchen oder Püppchen, die die entsprechende Gottheit symbolisierten und welche die Menschen auf ihrem Hausaltar stellten oder bei sich trugen, um auf diese Weise den Schutz der Gottheit zu erhalten. Einen großen Aufschwung für die Verbreitung von Devotionalien im Christentum ist dem Konzil von Trient (1545 bis 1563) zu verdanken, was eine Reihe von Bildvorschriften beschlossen hat. Auf diese Weise entstanden neue Verbreitungsmöglichkeiten für Andachtsbildchen und führte im Laufe der nachfolgenden Jahre zu einem regelrechten Boom von Devotionalien.

Devotionalien sollten nicht mit den sogenannten Sakramentalien verwechselt werden, bei denen es sich um Dinge handelt, die durch offizielle kirchliche Rituale geweiht bzw. gesegnet werden. Diese sollen dem Gläubigen Heiliung und Schutz bieten.

Besonders eng sind Devotionalien mit der Tradition von Walfahrtsorten verhaftet. So gehört es zum uralten Brauchtum, dass die Pilger von solchen heiligen Orten verschiedene Andenken mit nach Hause bringen. Im Umfeld von solchen Pilgerstätten gibt es zumeist eine ganze Reihe an Devotionaliengeschäften, in denen man kleine Mitbringsel wie Plaketten, Rosenkränze, Andachtsbildchen und vieles mehr erwerben kann. An größeren Wallfahrtsorten ist der Devotionalienhandel zu einer richtigen Industrie herangewachsen.

Was gehört zu den Devotionalien?

Unter anderem zählen folgende Dinge zu den Devotionalien:

Devotionalien - Christophorus-Klingel

Christophorus-Klingel

  • Weihwasserbecken
  • Pilgerzeichen
  • Plaketten
  • Amulette
  • Andachtsbilder
  • Ikonen
  • Heiligenfiguren
  • Rosenkränze
  • Kruzifixe
  • Kerzen

Mehr zu den geschichtlichen Hintergründen sowie zur Bedeutung von Devotionalien finden Sie in folgendem PDF-Dokument zum Herunterladen: Was sind Devotionalien?

Eine Vielzahl an Devotionalien wie Rosenkränze, Statuen & Heiligenfiguren, Weihwasserbecken usw. finden Sie im Vivat!-Onlineshop.

 

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